Montag, 21. April 2008

Jungfernfahrt mit Croozer

Nachdem Tamrat sein Laufrad so gut angenommen hat und eifrig mit ihm herumfährt (was das eigene Fortkommen zu Fuß immens erhöht), haben wir am Wochenende das nächste Gefährt ausprobiert: Einen Fahrradanhänger namens Croozer. Bei Tami läuft das Ganze unter dem Wort Annänga – er hatte schon einige Radler so etwas hinter sich herziehen gesehen. Wie ähnliche Produkte, bietet auch dieses zwei Umbau-Möglichkeiten zum Jogger mit großem und zum einfachen Buggy mit kleinem Vorderrad. Letzteres probierte ich mit Tami am Freitag bei einem ersten kleinen Gang zum Spielplatz aus. Das selbstständige Rein- und Rausklettern findet auch Tami natürlich viel toller, als das Rein- und Rausgehobenwerden bei einem normalen Kinderwagen. Die Krise allerdings kam, als Tami bei der Rückkehr vom Spielplatz nicht einsehen wollte, dass das Gefährt - anstelle des vor seinen Augen erst mal in den Keller verbrachten Kinderwagens - nun im Hausflur stehen bleiben soll und eben nicht im Keller, woraus ich ihn nach dem Zusammenbauen hochgestemmt habe. Er zeigte immer die Kellertreppe hinab, mopperte rum und trotz „Erklärens“, dass sein Anhänger viel besser im Flur steht, steigerte sich Tamrat in Folge in einen ohrenbetäubenden Schreikrampf hinein, aus dem ich ihm nur mühsam befreien konnte. Bei sowas merkt man, wie strukturiert sein „Weltbild“ funktioniert, in dem alles hat seinen unverrückbaren Platz besitzt, was ihm in seiner Umwelt zwar Sicherheit gibt, worauf man aber - leider, leider - nicht immer Rücksicht nehmen kann. Zum Glück war’s danach wieder gut, aber die Frage war, wie er das Fahren im Anhänger am Sonntagmorgen mitmachte.
Zunächst konnte er es kaum erwarten und zog sich seine Jacke erstmalig selbst an - auch wenn wir das nochmal üben müssen, was oben und unten, innen und außen ist :-) Interessiert sah er dann draußen zu, wie ich den Croozer über die Deichsel ans Rad befestigte; danach kletterte Tamrat schließlich erwartungsfroh hinein. Hauptsache, sein Ball und sein kleines Häschen sind mit dabei. Soweit, so gut! Decke über die Beine, Schutzgitternetz befestigt und los ging’s bei schönem, frischem Frühlingswetter über Fleher Brücke, Neusser Rheinseite und über die Südbrücke wieder zurück nach Hause. Zahlreiche Schiffe waren an diesem Vormittag auf dem Rhein unterwegs und wir machten auf der Hälfte der Strecke eine kleine Imbisspause, verbunden mit dem traditionellen Beobachten, welcher Binnenschiffer denn sein Auto - und wenn ja, wie viele - auf seinem Pott mitführt.
Fazit: Ich glaube, Tamrat hat es im Anhänger gut gefallen, denn nach der Rückkehr erzählte er Stephanie, was er alles gesehen hat: Schiffe, Pferde und Trecker. Zugegeben, wenn es denn man etwas schneller bergab ging oder es allzu stark rumpelte, hatte er doch noch etwas verschüchtert geschaut. Aber es ist schön, wenn sich nun prinzipiell die Möglichkeit bietet, mit Tamrat bei schönem Wetter nach Feierabend noch ein paar Runden zu drehen bzw. mit Stephanie zu Dritt auch mal einen größeren Familien-Radausflug zu machen. Bin gespannt auf die nächste Cruising-Tour. Der Frühling soll jetzt endlich mal zeigen, was er kann...

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