Tamrats Interesse an Rittern und Burgen ist ungebrochen. Im Gegenteil: Gerade die Szene in den Bilderbüchern, wo zwei Recken auf ihren Pferden gegeneinander antreten – diese ist immer drin! – und davon einer meist schon ansatzweise aus dem Sattel fliegt, faszinieren ihn immer wieder aufs Neue. Zwar gibt es landauf landab zahlreiche Mittelaltermärkte und Ritterfeste, aber nur wenige mit echten Turnieren. Ein solches Spektakel, das jährliche Burgenfest, fand am Wochenende auf und rund um die Niederburg in Manderscheid statt (siehe Link rechts). Eine gute Gelegenheit für einen Ausflug bei bestem Spätsommerwetter in die Eifel. Kostenlose Parkplätze auf der Wiese, kostenloser Shuttlebus bis vors Burgtor und moderate Eintrittspreise ließen die Vorfreude größer werden auf das, was uns an Trubel erwartete. Nun, der Trubel hielt sich angenehm in Grenzen. Klar war es voll, schließlich ist Ritteritis spectaculae ja bei vielen Kindern genetisch veranlagt. Aber der üblicherweise doch meist sehr künstliche Mittelalterrummel an Warenständen und Imbissbuden war erfreulicherweise überschaubar und dafür die wenigen angebotenen Handwerkerwaren sehr attraktiv-historisch präsentiert. Zweite Erfahrung, nachdem wir uns ein wenig orientiert hatten: Das gesamte Areal, die schmal aufragende Burgruine mit ihren darin liegenden kleinen Freiflächen für Gaukler, Musik, Kinderspiele u.a. sowie die große Festwiese (Turnier, Falkner, Schwertkämpfe) an einem kleinen Flüsschen, stellen wirklich eine geniale Kulisse dar für ein solches Mittelaltertreiben.
Der ganze Tag war besonders für Tamrat eine tolle Sache. Besonders als wir ihm später sein sich so gewünschtes Schwert samt Schild gekauft haben. Naja, sein ausgesuchtes Schwert ist – wie man sieht – eher ein Dolch, aber dafür natürlich auch viel handlicher. Nachdem ich am Sonntag die Klinge mit (grauer) Farbe "veredeln" sollte, musste dann beides heute morgen mit in den Kindergarten. Klarer Fall von Angeberstolz!

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