Tamrat konnte es kaum abwarten; der Papa war nervös, weil die Wettervorhersage eine 90% ige Niederschlagswahrscheinlichkeit vorhersagt hatte und die Mama war einfach nur froh, dass endlich Herbstferien sind: Wir waren also mehr (Robert) oder weniger gut (ich) auf Tamrats erste richtige Geburtstagsparty mit Cousinen und Freund/innen vorbereitet.
Um 15 Uhr ging es dann endlich los – acht Gäste und Tamrat stärkten sich zuerst einmal mit Kakao und Kuchen im Café im Südpark. Tamrat saß mit der roten und etwas zu groß geratenen Krone, die Henny ihm eigens gebastelt hatte, der Geburtstagsgesellschaft vor und erinnerte ein wenig an einen Bischof. Die Krone rutschte ihm ständig über die Augen, aber das störte ihn bei dem nun folgenden Geschenke-Overkill herzlich wenig: Lego-Duplo Müllauto, Petersson und Findus Buch, Playmobil Polizeiauto und noch vieles mehr – Tamrat war begeistert. Als dann aber der eine Teil der Gäste Fangen im Café spielte, während der andere sich unter die Tische verkroch, weil er nicht fotografiert werden wollte, war es Zeit mit dem kreativen Teil des Nachmittags zu starten, auf den ich genauso gespannt war wie die Kinder. (Robert hatte zwar schon vor einigen Wochen mit den Vorbereitungen begonnen, aber ich muss zugeben, dass ich diese im allgemeinen Schulstress nur am Rande wahrgenommen habe.) Auf einem Rundparcours im Südpark hatte Robert Zettelchen mit Aufgaben versteckt, die es zu lösen galt, um schließlich an den Schatz der Räuberbande „Die Schreckliche 18“ zu gelangen: Klickerfrösche im hohen Gras suchen, eine Kiste aus dem See angeln, aus einem Astloch im Baum die nächste Botschaft zu angeln, böse Baum-Geister zerstechen... das waren nur einige der Stationen, die alle Geburtstagsgäste ohne sich groß ums trübe Wetter zu kümmern durchlaufen haben. Erst als Donnergrollen aufzog, die Wolken nichts Gutes ahnen ließen und wir in einer recht dunklen Ecke im Park Schutz vor dem Regen suchten, waren sich einige Mädchen nicht so sicher, ob die Steine dort am Boden nicht doch zu der Ruine eines Hexenhauses gehören, wie Robert es erzählte. Und wer sagt denn, dass es nicht wirklich Hexen gibt? (Die pädagogisch geschulte Mutter konnte diese Zweifel recht einfühlsam zerstreuen – Traumata haben sich soviel ich weiß nicht ausgebildet.) Zum Glück wurde dann aber auch recht bald die Schatzkiste unter einem Grabhügel des Räuberhauptmanns gefunden und die süßen Reichtümer unter allen „Pfadfindern“ gerecht aufgeteilt. Abschließend stärkte sich die ganze Truppe nochmals mit Bionade, Kakao und dem Rest Kuchen. Jetzt kam die Sonne raus und alle Gäste verbrachte die restliche Zeit auf dem Spielplatz vor dem Café bis so nach und nach die Mamas und Papas zum Kinderabholen eintrudelten. Es war dann doch eine wirklich gelungene Outdoor-Geburtstagsfeier, an die sich Tamrat hoffentlich auch noch später gerne erinnern wird. Hoffentlich sahen das die anderen Kinder genauso...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen