Dienstag, 30. November 2010

Regionaltreffen

Nach längerer Zeit fand am Samstag für Adoptivfamilien aus NRW mal wieder ein Regionaltreffen statt. Eine Adoptivfamilie aus Geldern hatte sich bereiterklärt, es zu organisieren und uns dafür auf dem örtlichen Reubaho, einem selbsternannten Erlebnisbauernhof, „einquartiert“. Eine befreundete Familie nahm Tamrat und mich dankenswerterweise am späten Vormittag mit an den Niederrhein, da Stephanie das Auto für den Tag der offenen Tür an ihrer Schule in Krefeld brauchte. Es sollte ihr Glück sein – dazu später mehr.
Am Hof angekommen, wurden bekannte und neue Leute begrüßt sowie lebhaft Erfahrungen ausgetauscht bevor es dann auch schon bald das von vielen Teilnehmern vorbereitete und mitgebrachte Mittagessen gab. Tamrat und die vielen anderen Kinder aus Äthiopien und Südafrika tollten derweil im Innenhof rum und probierten die vielen Fahrzeuge aus, die jedem Alter etwas boten. Angefangen vom Bobby-Car für die Kleinsten bis zum großen Kettcar für die kräftigen Pedaltreter. Da lockten selbst große heiße Knackwürste nicht für einen kurzen Mittagssnack nach Innen ins Warme. Stattdessen flitzten alle in der Kälte draußen munter weiter umher. Schließlich rief Bauer Steve alle Kinder beisammen zu einer Hofführung mit Tierkontakt. Dieser Teil war extra gebucht und auch für uns Eltern ganz interessant. Steve verstand es, die Kinder zur bäuerlichen Mitarbeit zu bewegen. Da musste Futter zunächst mit Schäufelchen auf kleine Schubkarren geladen und dann zu den Kühen transportiert werden. Anschließend ging es zum Eiereinsammeln in den Hühnerstall. Dann waren die Schafe an der Reihe: Zwischen einem Spalier aus Eltern und Kindern wurden sie auf die Weide getrieben und konnten aus der Hand gefüttert werden, bevor dann zwei Ponys, ein Esel und ein Westernpferd von einer anderen Weide zurück in eine große Scheune gebracht wurden. Dort konnte, wer wollte, auf dem Rücken der Tiere ein paar Runden drehen. Tamrat beließ es beim Pferdestriegeln. Dennoch: ihn ängstigte weder die Größe der futtergierigen Kuhköpfe beeindrucken noch das aufgeregte Geflatter der Hühner, die zunächst aus dem Stall ins Freie gelassen wurden. Noch abends im Bett murmelte er mir zu: „Papa, das Bauernhoffest war toll!“ Wir sollten ernsthaft in Erwägung ziehen, im nächsten Sommer Urlaub auf dem Bauerhof zu machen statt am Strand.
Kleiner Wehmutstropfen zum Schluss für uns Erwachsene: War es Vogelgrippe, Rinderwahn oder Schweinepest? Jedenfalls war ich nicht der Einzige, der „darmtechnisch“ ab Sonntagnacht völlig außer Gefecht gesetzt war. Und typisch ist, dass unsere Kinder mal wieder nichts davon abbekommen haben. Wo kriegen die Kids immer nur die Abwehrkräfte her? Sowas auf Apothekerfläschchen gezogen und verkauft – man würde reich!

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