Donnerstag, 13. Juni 2013

Auf Abwegen

Unser Aquarium mit den fünf Lurch-Larven und einer Kaulquappe erfreut sich ständiger Beobachtung. Gleich morgens geht es ins Gästezimmer, wo es steht, und es wird geschaut, was die kleinen Wasserbewohner so machen. Wenn ich am frühen Abend nach Hause komme, sehe ich an den im Wasser treibenden Wasserpflanzen, dass Tamrat wieder seine Finger drin hatte und Lurchis fangen wollte.
Seit vorletzter Woche hat sich nun eine der fünf Larven – fast über Nacht – in einen Mini-Feuersalamander verwandelt. Schwarz-gelb mit kleinem Schwanz. Für ihn als bislang einziger Lungenatmer schwebt ein dicker Ast im Wasser, auf dem er sich ausruhen kann.
Seit letzter Woche vermissen wir allerdings die einzige Kaulquappe, die von Pfefferkorngröße zuletzt auf Kichererbsengröße gewachsen war. Ich hatte noch gesehen, dass auch sie eine rasante Wandlung erfahren hatte, denn es waren ihr recht schnell die Hinterbeine gewachsen. Noch ehe ich über die Konsequenzen (Hüpfalarm und damit Fluchtgefahr) nachdenken konnte, war sie im Aquarium nicht mehr auffindbar. Ich hatte die dicken Lurchi-Larven in Verdacht, steht doch bei Wikipedia: es wird alles gefressen, was überwältigt werden kann. Dass sich aber keine Quappi-Leiche bzw. Reste davon finden ließen, war schon merkwürdig. Nun gut…
Auch heute Morgen ging es nach dem Frühstück zum Lurchi und seinen kleinen Brüdern im Wasser. Jetzt war auch der Gelbschwarze nicht mehr da! Nanu, geheime Killer am Werk?
Stephanie meinte, er ist garantiert abgehauen, denn sie hätte ihn schon mal an der Glaswand des Aquariums gesehen. Ich bezweifelte, dass er die Glaswand des Aquariums hätte überwinden können. Er hat drinnen doch alles, was er braucht. Dennoch ging die Suche los. Wir fanden unter dem Schrank mit dem Aquarium drauf eine vertrocknete, eingeschrumpelte Kaulquappe. Nun, dieses Geheimnis war gelöst. Der Vor-Frosch ist also wirklich geflohen. Sollte Lurchi auch durchgebrannt sein? Ich fand nichts in den Ecken und leuchtete schließlich unter die Klappcouch, wo sich nur ein paar Wollmäuse fanden. Doch Banchiayew rief aufgeregt: »Da bewegt sich was!« Und tatsächlich: Angeleuchtet zappelte eine Wollmaus und herausgezogen entpuppe sich diese als ein völlig staubverfusselter Lurchi. Schnell wurde er abgewaschen und wieder ins Aquarium befördert, wo er munter drauflos schwamm.
Fazit: Jetzt muss doch ein Deckel her. Provisorisch verschließt nun ein aufgelegtes und beschwertes Tablett den Behälter. Mal sehen, ob der Mega Zoo da eine Lösung hat.

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