Endlich, nach vielen Tagen und Abenden hat nun jedes Kind
sein eigenes Zimmer. Summiert, mindestens einen kompletten Altpapiercontainer
mit IKEA-Kartons gefüllt, zwei Mal den Kinderzimmervorhang schuldlos zur
Schneiderin gebracht (einmal zu breit, das andere Mal unterschiedlich lang),
1.000 Dinge drumherum erledigt. Wer sagt, dass er mal eben das Kinderzimmer
renoviert hat, dem lache ich ins Gesicht. Das war schon ein Projekt.
Nun, die Möbel sind aufgeteilt bzw. neu gekauft, die Dinge
einsortiert– allein der Wandschmuck ist noch nicht da. Aber da soll jeder
selber für seine Wände produktiv werden. Ob selbst gemalt oder Plakate, hier
wollen wir nicht den Stil vorgeben. Schließlich äußert sich damit ja auch die
Persönlichkeit bzw. zeigt an, wer in diesem Zimmer wohnt. Tamrat hat sich
erstmal schön ausgebreitet: fast das komplette LEGO und viel Playmobil
versammelt sich auf dem Boden. Dass Klamotten, wenn sie dreckig sind, in den
Wäschesack und wenn sie es nicht sind, in den Schrank gehören, gehört jetzt zum
täglichen Lernpensum. Auch der Respekt vor der Privatsphäre des Anderen gehört dazu.
Das ist aber eher eine Lernaufgabe für Banchia. Sie kann mit ihrem Freiraum im
eigenen Zimmer noch nicht so viel anfangen und möchte lieber sehen, was Tamrat
macht. Wenn er gerade kein Bock auf schwesterliche Anwesenheit hat, wird es
laut und knallen Türen. Familiennormalität eben.


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