Eine befreundete Ado-Familie hatte gestern zum privaten Afrikafest geladen. Unsere Familie machte sich mit Salat und Kuchen zur Festunterstützung am späten Vormittag auf an den Bonner Stadtrand. Nach und nach trudelten auch die anderen eingeladenen Familien mit ihren Kindern aus Äthiopien ein und Haus und Garten füllten sich. Das Fest startete mit einem gemeinsamen Mittagsmahl à la Ethiopienne, bei dem das Nationalgericht Doro Wot nicht fehlen durfte. Das weiche Fladenbrot Injera war dazu eigens aus einem äthiopischen Restaurant in Köln„importiert“ worden. Während die Kinder im Garten spielten, begann im Anschluss ans Mittagsessen im Hause schon mal die Vorbereitungen zur Kaffeezeremonie: Kaffeebohnen in der Pfanne rösten, anschließend im Mörser klein stampfen und in einer Tonkanne aufbrühen. Ein guter Kaffee braucht eben seine Zeit.Währenddessen wurde erzählt und ausgetauscht. Gesprächsstoff unter Ado-Eltern gibt es immer viel. Mit dabei war auch ein sympathisches Elternpaar, das mit ihrer Tochter aus Äthiopien erst seit zwei Monaten eine Familie ist. Da konnte noch „brühwarm“ vom Erlebten berichtet werden. Auch wenn sich die Geschichten rund um Bürokratie, Namensgebung und -verwirrung, Eingewöhnung etc. letztendlich gleichen, so ist doch jeder „Familienfall“ anders gelagert und es gibt immer neue Aspekte und spannende Verläufe, die erstaunen.
Zu einem geordneten Abendessen konnten die Kinder schließlich nur schwer bewogen werden; zu schön war das gemeinsame Spielen an einem der bislang wenigen hochsommerlichen Wochenenden in diesem August. Sie zog es nach kurzen Aufenthalten im Haus (Trinken, Toilette, Kuchen) immer schnell wieder in den Garten zum Fußballspielen und Klettern. Selbst nach ausgiebigem Abduschen am Abend waren sie schon wieder – jetzt im Schlafanzug – draußen unterwegs. Mit braungrünen Flecken an der Schlafanzughose wurde ein müder Tamrat schließlich angegurtet und umgehend eingeschlafen nach Hause kutschiert. Ein wunderschönes Fest!

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