Der 29. Januar markiert bei uns immer ein besonderes Datum: An diesem Tag vor mittlerweile vier Jahren wurden wir mit Tamrat in Addis Abeba eine Familie. Dieser so genannte Tami-Tag wird bei uns seitdem wie ein zweiter Kindergeburtstag gefeiert. Es gibt einen Kuchen, kleine Geschenke und ein Fotoalbum mit einem Best of Family des vergangenen Jahres. Das bot sich aufgrund des Termins im Januar stets an, so ein komplettes Familienjahr im Bild festzuhalten. Der Tag klingt aus mit einem gemeinsamen Essen äthiopischen im örtlichen Restaurant Okra.
In diesem Jahr wird es nun erstmalig auch ein Banchia-Tag geben (1. August) und ob die Tradition der Fotobücher nun als eines für jedes Kind fortgeführt wird, ist noch offen. Auch wenn dies früher – in Zeiten vordigitaler Fotografie – ja obligatorisch war, dass entwickelte Fotos bald darauf in ein Album geklebt werden, auf dass man sie sich überall anschauen kann, ist diese Tätigkeit heute ganz schön aufwändig geworden. Müssen doch eine Vielzahl von Bildordnern auf der Festplatte nach guten Motiven durchsucht, zum Ausdrucken gegeben und später dann in einer gewissen Reihenfolge mit Klebepads an allen vier Ecken sauber eingeklebt werden. Ein kontemplative Heimarbeit, die oft mit der überraschenden Erkenntnis einhergeht: „Ach, das haben wir ja auch gemacht!“ oder „Stimmt ja, da waren wir letztes Jahr ja auch!“ Ergo: gute Argumente für ein Fotoalbum auf traditionelle Art. Mit Seiten. Zum Blättern. Fürs Erinnern.


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