Sonntag, 29. April 2012

Wasser aus Noahs Arche

Auch wenn wir Banchiayew aufgrund ihres Alters natürlich inhaltlich nicht viel Tiefgründiges über „Taufe“ vermitteln konnte, hat sie sich doch wunderbar auf dieses Ereignis eingelassen. Wie auch bei Tamrat damals haben wir ihr erklärt, was sie erwartet, aber wie es dann konkret angenommen wird, weiß man ja vorab nie. Während sie den kleinen Schwall Taufwasser noch über sich hat ergehen lassen, war sie beim Salben nicht einverstanden. Als der Pfarrer sagte. "So, banchiayew, jetzt wirst Du gesalbt", sagte sie entscheien "Nein!" Ihr erschien das wohl als ein zuviel an Aufhebens um ihre Person. Aber so sieht es der katholische Ritus nun mal vor.

Im Gegensatz zu Tamrats Taufe, blieb diese kirchliche Feier nicht allein auf unsere Familie beschränkt. Die Kirche war richtig voll: Ganze vier weitere Kinder aus drei Familien wurden in einer gemeinsamen Zeremonie an diesem frühen Nachmittag getauft. Allerdings stellte unsere gesamte Familie – ohne Banchia – sieben Kinder, von denen zwei – darunter Tamrat – vom Pfarrer als Helfer vereinnahmt wurden. Gut so. Eine Aufgabe zu haben, hieß weniger Quatsch zu machen. Meine 92-jährige Oma hatte es sich übrigens nicht nehmen lassen den Feierlichkeiten auch beizuwohnen und somit auch ihre anderen Urenkel – die drei Söhne meines Bruders – mal wieder zu sehen.
Erwähnenswert war das schöne Taufbecken, um das sich die vier Familien abwechselnd mal näher, mal etwas ferner gruppierten: Auf dem für die Taufe etwas zur Seite geschobenen Bronzedeckel thronte eine recht große Arche, aus der in Playmobilgröße eine Noah-Figur erwartungsvoll herausschaute. Das sah recht niedlich aus.Nach der Kirche trafen wir uns mit Familie und Freunden zum Nachmittagskaffee in der angrenzenden Pfarrbücherei. Die Möglichkeit, im vorderen freien Raum die Kaffeetafel herzurichten und alles andere drumherum (inkl. kleiner Küche) entsprechend nutzen zu können, war der guten Bekanntheit mit dem Pfarrer zu verdanken. Er hatte ja auch schon Tamrat getauft und wir kennen uns seitdem gut – auch wenn die Taufkirche nicht die unserer Gemeinde ist. Da die Bücherei über viele Comics und andere angesagte Kinderliteratur verfügt, waren Cousins und Cousinen nach dem Kuchen schnell in irgendwelche Ecken abgetaucht und gaben sich der Lektüre hin. Und Banchia konnte endlich ihre vielen und schönen Geschenke auspacken. Wie herrlich. Und ich dachte noch, wie beschäftigen wir die Kinder in dem kleinen umgebenen Gärtchen an diesem schönen Wetter? Nun, nach draußen zog es vorerst keinen und als wir am frühen Abend das Feld räumen mussten, ertönte hier und da: „Och nööö! Hab mein Comic noch nicht aus.“
Bevor es in unserer Wohnung dann später zum Abendimbiss kam, gingen wir alle noch auf den Spielplatz. Dort waren alle Kinder froh, sich bei dem anhaltend schönen Wetter doch noch mal richtig austoben zu können. Mein Bruder mit Familie aus Alzenau/Unterfranken übernachtete bei uns und wir hatten heute noch einen schönen Sonntag zusammen, bevor sie am Nachmittag die Rückreise antraten.

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