Sonntag, 29. Juli 2012

Die schönsten Wochen

…sind unbestreitbar diejenigen Wochen im Jahr, in denen es in den Sommerurlaub geht. Nach drei Jahren holländischer Nordseeküste, zog es uns in diesem Sommer nach Bayern. Unsere Unterkunft für die 14 Tage war ein schöner Bauernhof am Tachinger See im Chiemgau. Auch wenn die Anfahrt mit 750 km sehr lang war, entschädigte das Alpenpanorama in der Ferne und die schöne ruhige Lage oberhalb des Sees alle Anreisestrapazen, wie nerviger Dauerstau und sich ausbreitende Langeweile auf der Rückbank ab Kilometer 500.
Das Wetter war insgesamt in Ordnung; es war ausreichend warm und an einigen Tagen heiß, sodass das nahe Strandbad Abkühlung und Erholung im Schatten versprach. Die Atmosphäre auf dem Hof war locker und freundlich. Zeitgleich zu uns hatten noch einige andere Sommergäste mit Kindern bis ca. 12 Jahren den Hof als Feriendomizil ausgesucht, sodass Tamrat immer jemand fand – sofern es nicht wir Eltern waren – zum Fußballspielen, Tischkickern und Kettcar-Fahren und Banchiayew jemand gewinnen konnte, der mit ihr zu den Kälbchen, zum Schaukeln und zum Kaninchenstall ging. Das gesamte Hofgelände bot reichlich Platz und Rückzugsmöglichkeiten, wenn man gerade mal keine Lust auf ein Schwätzchen oder einen Austausch über die Tagesaktivitäten der einzelnen Gäste hatte.
Keine Frage: gegenüber einem Urlaub am Meer bietet ein Urlaub auf dem Bauernhof ganz andere sinnliche Abwechslungen und Animationen, seine Freizeit zu verbringen. Besonders wenn das Wetter nicht anhaltend sonnig und heiß ist. Natürlich ist ein gemietetes Häuschen intimer als ein Familienzimmer mit Frühstück, aber das Hofareal und der Chiemgau bieten einfach mehr. Unsere größeren Ausflüge in die Region waren ein Urzeitmuseum (Siegsdorf), eine Burg (Tittmoning), die Tiefsee-Ausstellung (Rosenheim), zwei Almwanderungen und ein Freizeitpark (Ruhpolding). Ich gönnte mir alleine noch eine MTB-Tagestour in die Berge (hoch: anstrengend, runter: genial!). 
Höhepunkte auf dem Hof ist die wöchentliche Gartenparty, zu der alle Gäste eingeladen sind. Es gab u.a. leckeren Steckerlfisch (gegrillter Fisch am Holzspieß), reichlich Schnaps aus der eigenen Brennerei und immer eine besondere Kinder-Gaudi, wie z.B. Schaumkuss-Katapult oder eine kurze Mitfahrt mit dem Traktor-Anhänger rund um den Hof. Da wurde gefeiert und gespielt bis spät in die Dunkelheit hinein.
In der zweiten Woche reisten schließlich Schwager und Schwägerin mit den drei  Nichten, ebenfalls für zwei Wochen, an. Jetzt war sogar nun immer jemand aus der erweiterten Familie da, mit dem man spielen und herumtollen konnte, bevor es dann für uns wieder heim ging. Schade, aber nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder. Nur dann nach Abstimmung von Schulferien, Ganztagbetreuung und Hockeycamp.

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