Sonntag, 5. Oktober 2014

Mörder im Park


Wie schön, wenn man am Samstag Geburtstag hat. Und dazu noch die Sonne von einem stahlblauen Himmel scheint. Das war auch für die heute angesetzte Geburtstagsfeier mit Tamrats Klassenkameraden perfekt.
Ich hatte eine GPS- Rallye bei einem lokalen Anbieter „gebucht“. Treffpunkt war um 14 Uhr auf der Parktreppe von Schloss Benrath. Als alle Kinder eingetroffen waren, erklärte die Spielleiterin, worum es geht und wie die GPS-Geräte zu bedienen sind. Die Story war, dass ein Mörder im Schlosspark sein Unwesen treibt und schon einige Besucher gemeuchelt hat. Er hat Spuren hinterlassen, denen jetzt – im wahrsten Sinne des Wortes – nachgegangen werden musste. Es gab insgesamt neun Etappen, an denen eine Aufgabe zum Fall gelöst werden musste, um bei der richtigen von drei möglichen Antworten eine Zahl zu ermitteln. Sie war der fehlende Bestandteil der Koordinatenreihe, mithilfe man dann per GPS-Gerät zur nächsten Etappe fand. Es galt mal einen gefundenen Fingerabdruck einer Reihe anderer zuzuordnen, um die richtige Lösungszahl zu erhalten. Oder es sollte ein abgeschnittener (Gummi-)Finger gesucht werden. Oder ein Handy. Auch wurde bei richtiger Lösung mitgeteilt, welcher der auf einem Beiblatt gezeigten verdächtigen Gesichter ausgekreuzt werden konnte. Sie kamen als Täter dann schon mal nicht in Frage. Die letzte Etappe, das Suchen einer Leiche, spornte die Jungs nochmals richtig an. Sie waren aber enttäuscht, als sich diese nach einer zweieinhalb Stunden langen Rallye durch den Schlosspark als Barbiepuppe herausstellte. Na, was hatten sie denn erwartet? Eine komplette Schaufensterfigur? Aber es hat am Ende allen gefallen, wenn auch das Prinzip von Eingabe (richtige Zahlen!) zunächst etwas holperig war und die Displays zudem bei grellem Sonnenlicht schlecht lesbar waren. Dennoch war es schön, wie die Gruppendynamik untereinander regelte, wer mit den Geräten lief, wer die Lösung eintrug und wer das Durchstreichen ausscheidender Verdächtiger übernahm.
Vom Ausrichter der Rallye gab es am Ende dann für jeden noch ein einfaches Propeller-Spielzeug und von uns Eltern im nahen Schlosscafé Waffel und Limo spendiert. Da noch genug Zeit war, bis die Eltern zum Abholen ihrer Kinder kamen, vergnügten sich die Jungs nach Verzehr draußen auf dem Schlossvorplatz mit ihren Spielzeugen. Da konnte endlich nach Herzenslust gerannt und geschrieen werden, wessen Propeller höher oder weiter fliegt. Die Rallye wurde nämlich als Gruppe, mit mehreren GPS-Geräten im Team bestritten. Dennoch merkte man hin und wieder, wie sich dann doch einige mit Gerät von den anderen absetzen wollten, um als erste nach dem nächsten Hinweis zu suchen. Aber gingen alle relativ geschlossen den GPS-Strecken nach und rannten nicht – wie bei Schnitzeljagden ja sonst üblich – einfach los. Aber wie auch immer: ein bisschen Wettbewerbskomponente braucht es wohl immer. Jungs eben…

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