Montag, 20. Oktober 2014

Allein im Pfälzerwald

Am vergangenen Donnerstag startete ich – alleine nur mit Mountainbike und kleinem Rucksack mit der Bahn von Düsseldorf aus anreisend – ab Kaiserslautern Hbf zu einer MTB-Tour durch den Pfälzerwald. Am Samstagmittag traf ich dann bei einer befreundeten Familie ein, die nahe Kaiserslautern wohnen, und wohin Stephanie und die Kinder dann ab Freitag mit dem Auto gekommen waren.
Obwohl das Wetter zuvor sehr regnerisch war, waren alle Wege grundsätzlich befahrbar. Die Tourenkombination, die ich mir aus einer MTB-Karte für den Pfälzerwald zurechtgelegt hatte, zeigte sich wunderbar abwechslungsreich und grandios, was Abfahrten, sportlichen Ehrgeiz und Spaßfaktor betrifft. So war es wunderbar entspannend den gut ausgeschilderten Trails einfach so, ohne permanenten Blick auf Karte oder GPS-Gerät, folgen zu können.
Was mich nur an diesen beiden Tagen irritiert hat: Mir ist von Donnerstagmittag bis Samstagvormittag kein einziger Mountainbike-Fahrer begegnet! Zwar waren in Rheinland-Pfalz noch keine Herbstferien, dennoch hatte ich schon erwartet in einem selbsternannten "Mountainbikepark" durchaus Gleichgesinnte zu treffen, die nicht zwingend an Ferienzeiten gebunden sind. Auch dass es – auf meinen Tourenabschnitten jedenfalls – kaum eine Einkehrmöglichkeit entlang der Strecke gab, war wenig reizvoll. Zugegeben, das Gebiet ist dünn besiedelt und Tankstellen als Notverköstigungsstelle sind selten in den Orten anzutreffen, aber dass als Folge auf viel mitgebrachtes Wasser und eigene Verpflegung geachtet werden muss, hätte ich so nicht erwartet.
Mein zweitägiger MTB-Aufenthalt in "Deutschlands größtem zusammenhängenden Waldgebiet" war zugegebenermaßen nur ein knappes Schlaglicht. Und nimmt man dieses Prädikat wirklich wörtlich, weiß ich nun, was ich bei künftigen Touren im Pfälzerwald zu erwarten habe: eher Wald und Wege. Für eine gewollte (?) breite und besonders überregionale Attraktivitätssteigerung im Hinblick auf Einkehrmöglichkeit und Übernachtungsmöglichkeit müsste der Pfälzerwald noch einiges zulegen. So stellt er sich eher als stiller Nationalpark denn als Rundum-MTB-Erlebnispark dar. Da ist der Schwarzwald sicher um einiges weiter.
Mir hat es vom Fahren her jedenfalls riesigen Spaß gemacht und ich bin konditionell ausreichend gefordert worden. Weiterempfehlen kann ich das Gebiet aber nur unter den oben genannten Einschränkungen bzw. Selbstbeschränkungen. Schade eigentlich...

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