Am Sonntag gingen wir dem Tipp einer Mutter eines Kindergartenkindes nach: Die Jugendfarm Arche Noah in Meerbusch wäre für Kinder eine schöne Sache. Ausgehend von einer gepachteten Ponywiese hat eine gewisse Frau Miedel dort auf relativ engem Raum einen kleinen Haustier-Zoo entwickelt: Ponys, Esel, Hängebauchschweine, Kaninchen, Enten, Vögel und einiges mehr lebt in kleinen gepflegten und ein wenig kitschig geschmückten Ställen bzw. Volieren. Für diese Ansammlung an Kleinvieh wird von Erwachsenen ganze 2,50 Euro Eintritt verlangt (Ponyreiten kostet nochmal extra). Die ganze Szenerie fanden wir allerdings etwas enttäuschend - und das lag nicht am trüben Herbstwetter. Nachdem wir eine Runde über das Gelände gemacht hatten, probierte Tami ein paar Uralt-Spielgeräte und ein paar olle Rutsch- und Tretfahrzeuge aus, die dort herumstanden, aber so richtig nett fand er’s wohl auch nicht. Lediglich das kleine Arche Noah-Modell (die Geschichte ist ihm bekannt) im Entengehege fand Tamrat interessant. Die Jugendfarm hat auf Nachfrage noch nicht mal eine Abfalltonne für gewechselte Windeln. Aber richtig „schräg“ sind die vielen Texttafeln, die bei allen Tieren hängen und auf blumige Art Hintergrundinformationen zu den Tieren liefern. Hier eine Kostprobe vom Ziegenareal:„Es ist Sonntagabend. Frau Miedel genießt ihren Feierabend, es war ein langer Tag in der Arche Noah Meerbusch. Das Telefon klingelt, Frau Miedel nimmt ab und hört einen jungen Mann sagen: Wie gut dass ich Sie endlich im Internet gefunden habe. Frau Miedel fragte ein wenig erstaunt nach, warum er sie so dringend sprechen wolle und dann legt der junge Mann los. Er wohne in Düsseldorf, Nähe Großmarkt und dort wolle man doch tatsächlich eine Ziegenmama und ihr zwei Monate altes Töchterlein schlachten. Also hat der junge Mann verhandelt wie viel er zahlen müsse, um die Tiere zu retten. Für 70 Euro konnte er das junge Zicklein sozusagen unter dem Fleischermesser hervorziehen und das Muttertier mitnehmen (…).
Nun, Frau Miedel überlegte, da in der Arche Noah eigentlich ausreichend Ziegen vorhanden sind. Aber wie es so ist, die Gedanken kehrten immer wieder zu den beiden Ziegen zurück. Dann dachte sie: Gut, letztes Jahr ist Vroni gestorben und dieses Jahr im Januar unser alter Bärli. Zwei Ziegen gestorben, also können wir zwei neue dazunehmen. Gesagt, getan, Frau Miedel packte sich ihren Sohn und fuhr mit ihm in einem gesicherten und mit Stroh ausgelegten Hänger nach Düsseldorf. Es war der Tag der Demos und zwei Brücken waren gesperrt. Über die Flughafenbrücke hin zum Großmarkt. Dort zeigte ihr der junge Mann, ein Grieche, die Ziegen, die in einem Schuppen untergebracht waren. Der Schuppen war denkbar ungeeignet und der Tierfreund von daher sehr froh, dass Frau Miedel ihm die Tiere abkaufte, um sie in die Arche Noah zu bringen. Schon im Hänger genossen Mutter und Tochter das für sie mitgebrachte Heu. (…)“
Nee, nee, wir lassen nix auf unseren schönen weitläufigen Wildpark in D-Grafenberg kommen.

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