Donnerstag, 13. November 2008

Laterne, Laterne!

Abends, wenn es dunkel wird…Während man früher fluchte, wenn man mit dem Auto oder in der Straßenbahn nicht weiterkam, weil irgendein Martinszug die Straßen blockierte, sieht man das jetzt mit Kind natürlich völlig anders. Bereits am Montag wurde in Tamrats Kindergarten mit Liedern und einem Mini-Umzug durch das Kindergartengelände gefeiert, damit alle Kinder stolz ihre selbstgebastelten Laternen in Aktion zeigen konnten. Gestern stand schließlich der große öffentliche Umzug für die Kinder in unserem Wohnviertel an. Auch Stephanie und ich hatten uns Laternen besorgt und so warteten wir drei mit noch einigen anderen an einer Kreuzung auf den herannahenden Zug, angeführt von einem „echten“ Sankt Martin mit rotem Mantel auf einem weißen Pferd. Wir reihten uns ein und mit viel Musik ging es einmal durchs Viertel, bevor es zum Abschluss auf dem Schulhof zur klassischen Mantelteilungsszene kam. Die Hälfte des für einen Dreijährigen doch recht langen Weges saß Tamrat auf meinen Schultern, aber trotzdem war er am Schluss ziemlich müde. Seine schlapp mr vor dem Gesicht herumbaumelnde Fledermaus-Laterne wollte er aber partout nicht aus der Hand geben. Auf dem Rückweg erhielt er fürs Refrain-Singen („…rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin komm und schaue!“) noch einen Schokoriegel vom Kiosk und beim Bäcker einen roten Lutscher. Martinslieder singen kann Tami übrigens richtig gut – vorausgesetzt man singt selber leise mit. Zum Glück stellten die vom Kindergarten ausgegebenen Fotokopien mit den vier, fünf Martinsliedern mit all ihren Strophen die nötige Textsicherheit her. Das letzte Mal beim Martinszug mitgehen ist doch schon sehr lange her...
Das Martinsfest hat Tamrat auf jeden Fall erkennbar gefallen und das Umherlaufen - auch zu Hause! - mit seiner batteriebetriebenen Laterne machte ihm viel Spaß. Heute gehen Stephanie und Tamrat noch mal mit seiner selbstgebastelten Laterne zum „Liedergarten“, dann ist aber endlich Schluss für dieses Jahr. Das nächste Fest, wo es Süßes gibt – Nikolaus – steht ja auch schon bald ins Haus.

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