Freitag, 26. Dezember 2008

Gold, Weiber und Möhren

(zurückdatiert) …so las ich irgendwo, hatte jemand in seiner Kindheit immer verstanden, was die Heiligen Drei Könige dem Christkind brachten. Nun, es ist ja auch nicht allzu leicht, das hochkomplexe Thema „Weihnachten“ kleinen Kindern näherzubringen. Sie nehmen ja jede nur denkbare Figur rund ums Krippengeschehen – ob Mensch oder Tier - unreflektiert in ihr Universum auf, aber die Tücke liegt im Detail. Ein Fest der Fragen: Wieso gerade Esel und Kuh (Ochse) im Stall, die Schafe aber draußen? Hier eine Antwort zu konstruieren ist ja noch einfach. Aber beim Lied Alle Jahre wieder wird’s schon kniffliger: „Papa, wieso Christuskind niederkommt“ (...wo wir Menschen sind...) Tja, wieso eigentlich? Die Einzige, die niederkommt, ist doch wohl Maria. Bekommt Tamrat zu den Weihnachtstagen irgendeine Figur mit rotem Wams in die Hand oder zu Gesicht, die nicht gerade an einer Häuserwand baumelt, folgt sofort die kategorische Frage: „Nikolaus oder Weihnachtsmann?“ Hier bahnen sich schon erste theologische Problemkreise an, die schwierig auf Kleinkind-Niveau zu beantworten sind. Man muss halt improvisieren oder – klappt auch - einfach überhören. Es ist nun mal so, dass bei einigen das Christkind kommt und bei anderen der Weihnachtsmann. Machen wir eben ein Gespann daraus. Was der eine nicht schleppen kann, bringt dann eben der andere zu den Kindern. Punktum!
Es war ein besonders schönes erstes Weihnachtsfest im Kreise unserer neuen kleinen Familie, aber natürlich auch mit allen anderen „assoziierten Familienmitgliedern“, die man traf. Tamrat war sehr begeistert vom allgemeinen Treiben rund um Weihnachten und dem bisschen Geheimnistuerei unsererseits. Ob er überhaupt was bekommt? Es war doch gerade erst vor zwei Wochen der andere rotgewandete Mann bei ihm. Doch zunächst kam erst mal das gemeinsame Baumschmücken am 23.12. dran. Wenn’s nach Tami gegangen wäre, hätten nur rund fünf stabile Tannenzweige das gesamte Dekomaterial abbekommen – nämlich die auf seiner Greifhöhe. Der Heiligabend wurde dann allerdings in Köln bei Schwägerin und Schwager gefeiert, da Nichte Nike – quasi als Christkind – an diesem Tag ihren ersten Geburtstag hatte. Tags drauf wurde bei meinen Eltern gefeiert und am zweiten Feiertag noch mal mit meinem Familienzweig in großer Runde bei meiner Oma. Mein Bruder war dieses Jahr sogar mit einem seiner drei Söhnchen mal mit von der Partie und ebenso meine Cousine mit Familie. Wir drei – Bruder, Cousine und ich - waren es früher, die gemeinsam Liedchen absagen, dann Geschenke auspackten und sich später zum Fernsehen in Omas Wohnküche zurückzogen, während die Alten im Wohnzimmer ihren Sekt tranken. Jetzt trinkt man selber den Sekt. Aber wie es dann immer so ist: Ruckzuck ist das schönste Fest auch schon wieder rum. Die Zeit Rast aufs Jahresende zu und man schaut dann in den trüben Winterhimmel und fragt sich, wann eigentlich dieses Jahr der Müllabfuhrtermin zur Baumabholung ist. Wo lag noch gleich der Abfallkalender?

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