So, nun ist es vorbei. Aschermittwoch. Nach fünf Tagen Karneval ist Tamrats Feuerwehrmann-Kostüm nun freiwillig ausgezogen und weggepackt. Auch wenn ich nicht glaube, dass er im nächsten Jahr noch in seine Uniform passt. Zumindest nicht über Jacke und Jeans getragen. Aber er hat sich in diesem Kostüm sehr wohl gefühlt und es teilweise auch zuhause beim Spielen im Kinderzimmer getragen.Karneval war für Tami das letzte Fest im Jahreskalender, das er noch nicht kannte. Denn im letzten Jahr waren wir erst am Aschermittwoch (6.2.) aus Addis Abeba mit ihm zurückgekehrt. Er hat sein erstes „rheinisches Zuckerfest“ ausgiebig gefeiert. Zum Karnevals-Kick-Off am Altweiberdonnerstag im Kindergarten konnte er es gar nicht erwarten, während es dort aber z.B. einen Jungen gab, der gar nicht verkleidet sein wollte und ein anderer wiederum Rotz und Wasser heulte, weil er wohl seine Spielkameraden nicht mehr wiedererkannte (obwohl er selbst verkleidet war). Ein Profi-Fotograf hatte später alle Kinder einzeln und als Gruppe noch mal fotografiert – mit wirklich guten Ergebnissen.
Am Freitag in unserer EKSSG (Eltern-Kind-Sport-Spiel-Gruppe) durften alle Kids verkleidet kommen und nach ein bisschen Aufwärmen wurde dann auch auf dem Boden ein kleines Narren-Biwak gemacht. Auch hier war Tami nicht von seinem Helm zu trennen. Obwohl er ihm viel zu groß und daher wackelig auf dem Kopf saß, wollte er ihn stets aufbehalten. Als Kind hätte ich das Teil sofort abgenommen und weggelegt. Schon damals als Cowboy habe ich den Hut – muss ja sein – nur widerwillig auf dem Kopf ausgehalten.
Samstag gab es dann eine karnevalistische Verschnaufpause, bevor es mit einem befreundeten Pärchen und deren Sohn am Sonntag nach D-Niederkassel zum traditionellen Tonnenrennen ging. Selbst Stephanie hat sich (Premiere!!!) karnevalistisch verkleidet. Ein kleiner Stadtviertelumzug mit Kamelle gab einen Vorgeschmack auf das große Highlight am nächsten Tag. Und da Tamrat immer noch keine Ermüdungsanzeichen in Sachen „Jeck-Sein“ zeigte – im Gegenteil –, zog ich mit ihm dann auch los zum Düsseldorfer Rosenmontagszug. Stephanie machte derweil mal Pause. Auf dem Rückweg nach Hause kamen wir an der Stelle vorbei, wo sich der Zug am Ende auflöste. Dort konnte Tami dann noch selbst Süßigkeiten aufsammeln, derer sich die Karnevalisten auf den Prunkwagen dann mit vollen Händen noch entledigten, bevor sie ins Depot fuhren. Ein ca. 10-jähriger Junge kam schließlich noch auf Tami zu und gab ihm eine ganze Hand voll selbstgesammelter Weingummitütchen mit der Begründung: „Weil du ein Feuerwehrmann bist!“. Er sagte mir stolz, dass er selbst bei der Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr sei. Respekt: Gute Werbung des Nachwuchses für den nächsten Nachwuchs! Von dieser Tat und der massenhaften Ausbeute an Süßigkeiten war Tamrat schließlich schwer beeindruckt. Sie wurde noch übertroffen durch die eingesammelte Menge beim familiären Veedelszug in Köln-Sülz am Faschingsdienstag. Dort stand Tamrat mit seinen Cousinen in der ersten Reihe. Wie schon am Tag zuvor wurden zuhause dann alle gefangenen Süßigkeiten erst einmal ausgeschüttet und die übelsten Plombenzieher und Kariesverdächtigen aussortiert, bevor sie aufgeteilt wurden. Aber es bleibt immer noch genug Gummizeug und Kaubonbons übrig; das reicht wohl noch bis zum Sommer.

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