Samstag, 12. Juni 2010

Höhlenbesuch

Ich wollte heute nachmittag die vielen neuen Pflanzen und Blumen eintopfen, die wir am Vormittag beim Gartencenter geholt haben. Tamrat war aber nicht gewillt, mich alleine auf dem Balkon werkeln zu lassen und stand dauernd im Weg. Zum Alleinespielen hatte er keine Lust. Stephanie musste Arbeiten korrigieren. Da kamen wir nicht recht zusammen. Somit traf es sich gut, dass Thoralph, Vater von Tamrats Kiga-Kumpel Jan, anrief und fragte, ob wir Lust hätten, mit zur Kluterthöhle nach Ennepetal zu fahren. Kluterthöhle? Hatte ich noch nie gehört. Es sei die nächstgelegene größere Schauhöhle und es gäbe stündlich Führungen. Warum nicht, sowas hatte Tamrat noch nicht gesehen und unter tage war ich auch schon lange nicht mehr.
Vor Ort angekommen verließen gerade dreckverschmierte Jugendliche in schlammigen Gummistiefeln die Höhle. Oje, dachte ich, beide Kinder hatten weder Matschsachen noch Gummistiefel dabei. Es stellte sich aber heraus, dass diese Gruppe eine besondere Erlebnisführung gebucht hatte, bei der es „rustikal“ zugeht. Wir hatten die normale Führung, die wir auch alleine genießen konnten, denn außer uns wollte niemand die 16-Uhr-Führung mitmachen. Um es kurz zu machen, es ist eine reine Felsenhöhle; also keine tropfenden Stalaktiten und auch keine Knochenfunde von Neandertalern oder Höhlenbären. Lediglich schmale Gänge und kleinere Verwerfungen, die Jan und Tamart mit ihren Taschenlampen (zum Glück dran gedacht!) ausleuchteten. Irgendwo ragte auch noch einen Plastik-Schädel aus einem Treibsandloch empor und einen Styroporsarg lag in einer Felsnische, zugehörig zu einer ebenfalls angebotenen Krimi-Führung. Was es nicht alles gibt... Tami war’s ein bisschen unheimlich.
Das Höhlenklima ist heilsam für Asthmakranke, und daher gibt es auch einen Aufenthaltshöhlenraum mit Liegstühlen. Die Höhle aus Riffkalk ist etwa 5.500 Meter lang, von denen wir innen aber höchstens 1.000 abgelaufen sind. Sie besteht aus mehr als 300 Gängen, kleinen unterirdischen Seen und Bächen. Die Temperatur im Inneren liegt bei konstant 10 Grad und auch wenn es draußen nicht gerade so viel wärmer war, ging es am Ende ohne Eis am Stiel nicht heimwärts.

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