Montag, 19. Juli 2010

Sommerfrischler unterwegs

Nachdem ein geplantes Familiencamp mit Kind und Kegel im letzten Jahr wegen anhaltend schlechten Wetters nicht stattfinden konnte, wurde es beim zweiten Anlauf diesmal grandios. Während ich schöne Kindheitserinnerungen an den Schrebergarten meiner Oma habe, gilt Ähnliches für Schwager Ulli und einem Aufenthalt rund um den schattigen Familien-Weiher außerhalb seiner Heimatstadt Hermeskeil. Auch wenn’s auf beiden eine Laube gibt, so ist natürlich das gesamte Areal – und damit auch die Spiel- und Spaßmöglichkeiten – viel größer als bei einem Kleingarten. Doch zunächst mussten die Kinder kurz sich selbst überlassen bleiben, da zwei große Familienzelte errichtet und übernachtungstauglich bestückt werden mussten. Damit war das Familiencamp endlich quasi eröffnet. Auch für zwei ältere Brüder von Schwager Ulli war unser Kommen aus Köln und Düsseldorf ein Anlass, die Familien-Parzelle in einen Familienfestspielort zu verwandeln. Cora, der Hund von Ullis Bruder Arnold, war natürlich der Liebling aller Kinder. Jeder, auch Tamrat, der mit Hunden immer noch nicht viel im Sinn hat, wollte Cora an der Leine stolz und glücklich übers Gelände führen. So kam der arme befellte Vierbeiner bei dem warmen Wetter wohl zu mehr Bewegung, als ihm eigentlich lieb war.
Am späten Nachmittag wurde dann endlich das Lagerfeuer entzündet und einiges herumliegendes Bruchholz langsam zu einem schönen Gluthaufen verfeuert. Der ideale „Nährboden“ für die anschließend stattfindende Grillorgie. Essen unter freiem Himmel, zusehen, wie die Sonne langsam untergeht, Kinder, die herrlich entspannt sind: so stelle ich mir das Mittsommernachtsleben aus Astrid Lindgrens Kinderbüchern vor.

Nach einer recht frischen Nacht (ungewohnt nach all der Hitze unterm heimischen Dach in letzter Zeit) und einer Katzenwäsche am Zulauf des Weihers, versammelten wir uns – zugegebenermaßen wenig stilecht fürs Campen, aber für alle bequemer – am Frühstückstisch bei der Familie von Ullis ältestem Bruder Arnold im Ort. Arnold ist für Tamrat etwas Besonderes. Nicht nur, dass er eine Menge verschiedenster Feuerwehrautomodelle besitzt; er ist denn auch gleich Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Hermeskeil. Und als er uns allen vorschlug, gleich mal die Wache anzusehen, war die Freude groß. Während Tamrat bei sonstigen Anlässen (z.B. Blaulichttag) keine übertrieben große Lust hat, sich in Fahrzeuge zu setzen, war jetzt das Interesse riesengroß, in der Halle mal so ein Ungetüm zu besteigen.
Wieder draußen, war es in der Mittagssonne nun wärmer als tags zuvor, sodass am Weiher endlich die mitgebrachten Wasserspielsachen ausprobiert werden konnten. Mit der richtigen Pumpe ist das Aufblasen dieser tollen Dinger zeitlich kein Problem, aber weil diese Teile heute Sicherheitsventile haben, artet später das Drücken der Ventile bei
gleichzeitigem Rauspressen der Luft mit Armen und Beinen echt in Arbeit aus.
Da alle Kinder noch nicht recht schwimmerfahren sind, mussten die männlichen Erziehungsberechtigten (warum eigentlich immer wir?) Geleitschutz geben.
Aber auch die schönste Sommerfrische geht irgendwann ihrem Ende entgegen, will man nicht völlig übermüdet den Heimweg antreten. Also alles wieder ab- und eingepackt; tschüss, macht’s gut, adé. Aber zum Gück bedeutet das nicht der Abschied vom Sommer, denn unser eigentlicher Familienurlaub liegt noch vor uns. Jipppieh!

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