Mittwoch, 8. Juni 2011

Wir bekommen Nachwuchs!

Jetzt ist es quasi amtlich: Am 30. Juni stehen wir in Addis Abeba vor dem Familiengericht. Der Grund: Die kleine 15 Monate alte Banchayehu (gesprochen: Banschaju) bekommt neue Eltern. Nämlich UNS! Und obendrauf natürlich auch noch einen 4 Jahre älteren Bruder.
Den Namen unserer künftigen Tochter mit ein paar ersten Bildern haben wir zwar schon früher erhalten, aber jetzt – mit dem Gerichtstermin – ist die Sache seit vergangenem Freitag soweit klar, dass das Adoptionsverfahren auf einem unumkehrbaren Weg ist und wir offen damit umgehen können. Ein kleines Restrisiko bleibt, aber das gibt es bei Schwangerschaften ja auch. 
Natürlich freuen wir uns alle sehr und können es kaum erwarten, Banchayehu endlich kennenzulernen, Tamrat eingeschlossen. Die Nachricht, dass er ein Schwesterchen bekommt, hat er mit Gelassenheit aufgenommen. Er reist mit nach Addis und freut sich, sein Herkunftsland wiederzusehen. Ehrlich gesagt, wir sind uns nicht ganz sicher, was er sich da so vorstellt, aber da seine Vorgeschichte keine traumatischen Erlebnisse enthält, haben wir keine großen Befürchtungen. Im Moment ist er jedenfalls guter Dinge.
In den letzten Wochen haben wir bereits begonnen, fleißig Mädchen-Kleidung und etwas neues Spielzeug anzuschaffen. Schließlich geht es für uns jetzt noch etwas über ein jahr früher los als mit Tamrat. Aber sommerliche Anziehsachen ist ja nun aktuell fürs warme Äthiopien zum Glück nicht ganz so schwierig wie seinerzeit im Januar 2008 für Tamrat: Für ihn kamen letztlich nur gebrauchte Sommersachen in den Koffer. Daneben steht der ganze Keller schon voll mit Kleinkindsachen und -ausstattung, wie Kinderwagen, Autositz, Tripp-Trapp usw. Wir fühlen uns also gut gerüstet. Naja, und außerdem sind wir in Sachen Nachwuchs ja auch keine Anfänger mehr – wenn man das mal so selbstbewusst sagen darf. 
Auch wenn wir in Addis Abeba wohl an gleicher Stelle wie 2008 unterkommen werden, kleine/große Unterschiede zu unserem damaligen nur 10-tägigen Aufenthalt Anfang Februar gibt es schon: Erstens werden wir nun wegen des geänderten äthiopischen Adoptionsverfahrens rund drei Wochen vor Ort sein müssen und zweitens ist dort jetzt Regenzeit. Das heißt: Gummistiefel, Regenjacke und Pulli müssen mit in den Koffer. Igitt, hört sich ja an wie Urlaub an der Nordsee! Nicht sehr schöne Aussichten, aber in Anbetracht des freudigen Grunds unserer Reise nach Äthiopien doch eher nebensächlich. Nun, Land und Stadt – unsere beiden Arbeitgeber – wissen jetzt Bescheid und es gilt die restlichen Wochen Impfungen aufzufrischen, preiswerte Flüge zu sichern und Packlisten zu schreiben. Und sicher noch vieles mehr. Es wird wieder spannend...

1 Kommentar:

Daniela hat gesagt…

Dann wünsche ich mal alles Gute und halte die Daumen gedrückt, dass vor Ort alles gut läuft :-)