Montag, 10. März 2008

Auf zum Kindergeburtstag

Am Samstag stand für Tami die erste längere Autofahrt an. Es ging zur Familie meines Bruders bei Frankfurt. Der älteste seiner drei Jungs – mein Patenkind – feierte seinen 5. Geburtstag. Ein willkommener Anlass, Tamrat mit seinen drei Cousins bekannt zu machen und damit das Kennenlernen der Verwandtschaft ersten Grades zu komplettieren. Er wurde von allen herzlich willkommen geheißen und fühlte sich auch sichtbar wohl. Kein Wunder: Das Spielzimmer seiner Cousins (5, 3 und fast 2 Jahre alt) bietet eine Riesenauswahl an Jungs-Spielzeug; eine Segmentbreite die es locker mit einem durchschnittlichen Spielwarenladen aufnehmen könnte. Ein ferngesteuerter Rennwagen, diverse Feuerwehrautos („Tati, tati!“), ein Parkhaus, ein großes Playmobil-Flugzeug und ein ICE-Zug auf Schienen von Lego waren ganz offensichtlich seine Top-Five. Patenkind Joel war ganz im Spiel mit seinen neuen Geschenken vertieft; Tristan und Tamrat spielten auch jeder so munter vor sich hin. Manchmal langte der kleine Silvan mal tapsig dazwischen und meldete so Interesse am Mitspielen an, dem ging man aber ohne Schreierei aus dem Weg. Die Möglichkeit, sich einfach was Neues zu greifen statt sich groß zu streiten, war für Tami bequemer. Und solange war auch alles gut. Nur wenn es darum geht zusammen zu spielen, fehlt es Tamrat an Lockerheit und sicher auch noch etwas an Fantasie: Dass man sich abwechseln kann beim Schieben des Zuges oder dass der eine mal das ferngesteuerte Rennauto lenkt und der andere es versucht zu fangen, ist für ihn nicht vorstellbar. Noch heißt es: alles oder nichts. Andernfalls wird schon mal gehauen oder gekratzt.

Das musste ich denn auch am eigenen Leibe am Sonntagnachmittag erfahren: Tami hatte sich und mir „expressis verbis“ jeweils ein Duplo-Wägelchen samt Anhänger zugeteilt. Nachdem wir zunächst entspannt im Kinderzimmer rumgekurvt sind, belud ich – was schon mutig war - beide mit Spiralnudeln aus seinem (!) Müllwagen und es ging mit den Fahrzeugen auf dem Boden rutschend in Richtung Wohnzimmer. Dort wollte ich umladen, um dem Spiel eine kleine Variation geben… Oh, das ging ja gar nicht! Ein Aufschrei und furienhaft ging Tami auf mich los, nur um dann kurz danach in einen Heulkrampf zu verfallen, aus dem ihn dann nur Stephanie befreien konnte. Ich habe mich dann erst mal ein wenig dünne gemacht und ihn alleine weiterspielen lassen. Erfreulicherweise geht das mittlerweile ganz gut.
Beim Abendbrot zeigte ich ihm mein „Aua“, eine kleine blutige Stelle auf einer Wange. Er schaute sie sich interessiert an, brabbelte dann aber etwas, fuchtelte rum, sagte „kacka“ und aß weiter. Ich übersetze das für mich mal so: „Hey, wenn du in für mich unverständlicher Weise die Spielregeln änderst, biste selber Schuld!“. Ganz unrecht hat er nicht…

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