Das Ostern 2008 war für Tamrat das erste große gemeinsame Familienfest. Am strahlendsonnigen aber kalten Ostersonntag waren wir zum Brunch bei Oma mit Cousinen und weiteren Freunden von Stephanies Mutter eingeladen. Bei einem Zwischenstopp an Schloss Heltorf - wir wollten vorher noch ein bisschen spazieren gehen - machte Tami überraschenderweise Bekanntschaft mit der Polizei: Auf dem Rückweg vom Entenfüttern kam ein Streifenwagen auf der schmalen Straße direkt auf ihn zu. Wie angewurzelt blieb er stehen, rief nur „Tatütata!“ und zeigte auf das silbergrüne Auto. Der Wagen hielt, das Fenster ging runter und eine freundliche Beamtin am Steuer wünschte frohe Ostern. Dann zeigte sie nach oben aufs Autodach und machte das Blaulicht an. Tami war begeistert: 10 Uhr morgens und schon so ein tolles Geschenk zu Ostern!Die vielen Leute beim Brunch machten Tami nichts; er fühlte sich recht wohl. Kunststück, schließlich bekam auch er von jedem auch eine Kleinigkeit geschenkt. Am Nachmittag sollten die Kinder im Wohnzimmer und draußen im Garten noch ein paar Ostereier suchen. Tami wusste nicht so recht, was er machen sollte. Henny und Franca waren natürlich geübt, wurden schnell fündig und haben dann aber ihrem Cousin beim Suchen geholfen. Auch wenn sich die Freude über diesen Brauch (noch) in Grenzen hielt, das Ergebnis stimmt für ihn: Wir haben jetzt jede Menge Schokoeier und -hasen und - was Tami noch lieber isst - jede Menge bunte, hartgekochte Eier im Haus. Eine kurzzeitige Erhöhung des Cholesterinspiegels muss wohl hingenommen werden...
Der Ostermontagmorgen startete dann mit einer Überraschung: Alles war tiefverschneit. Als Frühaufsteher ging’s nach dem Frühstück gleich in den Volksgarten. Soviel Schnee muss mit Kind schließlich ausgekostet werden. Tami war über den kalten weißen Überzug auf Autos, Bäumen und Boden leicht amüsiert. Im Park schippte er mit seiner großen Sandschaufel fleißig Schnee , warf kleine (vorgeformte) Schneebälle um sich und wollte anschließend dem von mir aufgerichteten kleinen Schneemann den Garaus machen. Ich erlaubte es ihm und er konnte es zunächst gar nicht glauben. Ich sagte ihm: „Von mir aus, hau ihn um“. Und dann flog „Frosty“ auch schon ratzfatz auseinander und wurde wieder zu einem Haufen Schnee. Das Schicksal aller anderen Schneemänner im Park hieß, elendig dahinzuschmelzen. Am Nachmittag war es mit der ganzen Winterpracht nämlich schon wieder vorbei - alles weggetaut. Hoffentlich bleibt’s dabei, denn unsere Familienkutsche fährt schon wieder mit Sommerreifen...

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