Mittwoch, 4. Juni 2008

Land unter

Heute abend musste es fix gehen: Brei löffeln, Zähne putzen, Schlummerlied hören und Licht aus. Tamrat und ich kamen eben patschnass vom Spielplatz zurück, wo wir eine Dreiviertelstunde im strömenden Regen unter einem Spielgerät ausharren mussten, bevor wir nach Hause gehen konnten. Nach einer Stunde auf dem Spielplatz fing es zunächst nur leicht zu tröpfeln an. Da der Himmel den ganzen Nachmittag über bedeckt war, dachte ich erst, der kleine Schauer geht schnell vorbei. Tami saß im Croozer unter der Plane und ich unterm dichten Blätterdach auf der Bank. Dann wurde aber im Himmel die Brause richtig aufgedreht: Es schüttete aus Eimern. Für einen Dauerlauf nach Hause war es jetzt zu spät. Also schob ich den Wagen ans nächste Spielgerät, einen Kletterturm mit Dach. Oben hatten sich schon zwei Mütter mit ihren Kindern untergestellt. Also hockte ich mich darunter ebenerdig auf den noch trockenen Sand. Ein Blick zum Fenster heraus zeigte nichts Gutes: Ein kleiner Sturzbach wälzte sich auf mich zu und floss dann auch schon unter dem Turm hindurch. Meine Schuhe waren jetzt nass. Tami hielt im Croozer aus, war aber irritiert, als ich die große Sandschaufel aus dem Wagen holte, um eine Drainage zu legen. Er rief "Spielen, spielen!" und wollte andauernd hinausklettern. Irgendwann holte ich ihn heraus und sah, dass auch das Wageninnere nicht mehr ganz trocken war. Der kleine Bach, der auf der einen Seite rein und auf der anderen unter dem Croozer wieder herauslief, wurde dann im Untergeschoss des Turmes von Tami weiter eingedeicht und so verging etwas die Zeit, während es auch durch den Bretterboden von oben ordentlich tropfte. Scheinbar war das Dach des Spielturmes auch nicht ganz dicht. Als es nur noch tröpfelte, schnappte ich mir Tami auf den Arm, schob den Wagen durch die knöcheltiefe Riesenpfütze, die das gesamte Sandareal umgab, und machte mich auf den Heimweg. Ich hatte Stephanie versprochen, dass der kleine Mann im Bett ist, wenn sie vom Sport heimkommt. Es wurde richtig knapp. Ich hatte gerade um Viertel nach Acht das Licht ausgemacht und war aus dem Zimmer geschlüpft, da hörte ich ihren Schlüssel schon in der Haustüre...

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