Sonntag, 3. August 2008

Sommerurlaub zu Dritt

Vom 25. Juli bis zum 2. August verbrachten wir nochmal eine zweite schöne Ferienwoche, diesmal in unserem Haus in Freiburg. Wir waren bereits in diesem Jahr über Pfingsten schon einmal dort, aber jetzt stand der Aufenthalt doch ganz unter dem Schwerpunkt „Sommerurlaub zu Dritt“. Wie schon für die eine Woche Holland-Aufenthalt Ende Juni, war auch jetzt das Auto wieder rappelvoll: Lebensmittelvorräte, Reisebett, Laufrad, Fahrräder samt Anhänger, Spielsachen, Bettwäsche, Anziehsachen… Vorbei die Zeit, wo Stephanie und ich nur mit einer großen Reisetasche nach Freiburg aufbrachen. Auch der mögliche Aktionskreis an Unternehmungen ist jetzt mit Tamrat natürlich ein anderer: Keine langen Wanderungen im Schwarzwald, kein ausgedehntes Shopping, kein In-den-Tag-hineinleben mit ausgedehnter Zeitungslektüre am Frühstückstisch, kein abendliches Flanieren und Cocktail trinken in der City. Auf der anderen Seite: wir waren in der Vergangenheit so oft in Freiburg und haben alles ausgiebig genossen und bei den Wanderungen fiel es zuletzt immer schwerer, in der Umgebung sich neue Rundwege zu erschließen. Wir wollen also Tami mal kein schlechtes Gewissen machen. Und was das Thema „Wanderungen“ angeht: Sobald Tami etwas größer und ausdauernder ist, geht es natürlich wieder los mit festem Schuhwerk. Ich freue mich schon jetzt aufs Familienpicknick unterwegs in der Natur.
Mit Kind/ern ist ein Urlaub eben was anderes; er muss aber deswegen nicht weniger erholsam und langweilig ein. Wenn das Angebot auf einem großen Spielplatz passt, kann man entspannt auf der Parkbank sitzen und dem Treiben zuschauen. Oder mit der ganzen Familie durch den Freiburger Mundenhof stromern (Wildpark und Kleintierzoo) und z.B. den Frischlingen, Äffchen, Kaninchen, Meerschweinchen und Erdmännchen zuschauen. Diesmal fand auf einem der großen Wiesenareale sogar das Gastspiel eines polnischen Tiger-Dompteurs statt. (Die armen Jungtiere lebten in einem langen, geschlossenen und angerosteten Lkw-Anhänger und traten in einem Kreis aus zusammengesteckten Käfigelementen auf. Das Ganze sah nicht gerade sehr vertrauenswürdig aus.) Eine andere Unternehmung ist, bei heißem Wetter an den Moosweiher oder ins Freibad zu gehen, um mit dem Sohnemann zu plantschen und ihn - festgehalten – etwas mit hinein ins tiefere Wasser zu nehmen. (Schließlich lernt man ja nicht schwimmen in einem 20 cm tiefen und – sorry! – pisswarmen Kinderbecken!) Trotz Schwimmflügelchen ging das noch nicht lange gut, dann musste wieder fester Grund her. Das Freibad in Todtnauberg war übrigens für Stephanie mal eine Reminiszenz an ihre Kindheit. Denn beim damaligen Ferienbesuch der Großeltern in Freiburg war auch sie schon öfters dort. Für das kleine sympathische und gepflegte Freibad kann man sich heute noch sehr gut eine 70er-Jahre Atmosphäre vorstellen.

Highlight unseres Wochenurlaubs war ein Tagesausflug zu meinem Freund und Äthiopenreisenden (2005) Martin an den Vierwaldstättersee in die Schweiz (1,5 Std. Fahrzeit). Tunnelfreund Tami fand allein schon die Anreise toll, denn wir zählten von Freiburg bis Luzern ganze 10 Tunnel und längere Unterführungen. Martin überraschte uns bei unserer Ankunft gegen Mittag mit einem kleinen sommerlichen Begrüßungsimbiss, bevor es dann in Luzern an Bord eines Ausflugsschiffes ging, das uns - nach einigen Zwischenstationen – schließlich zur Talstation einer Zahnradbahn brachte. Mit bis zu 48% Steigung fuhren wir dann auf den Luzerner Hausberg Pilatus (2.100 m). An der Bergstation angekommen stiegen wir noch die wenigen Stufen zum Gipfelausblick „Esel“ hoch, um eine bessere Aussicht auf den See und das Alpenpanorama zu haben. Tami war jetzt doch recht müde von den vielen neuen Eindrücken und Aussichten. Und während wir im Gipfelrestaurant einen revitalisierenden Kaffee tranken, machte Tamrat auf der Sitzbank ein revitalisierendes Nickerchen. Anschließend ging es per Seilbahn wieder nach unten. Nach einem leckeren Abendessen bekam Tami dann schon mal seinen Schlafanzug an und wir machten uns zurück auf den Heimweg nach Freiburg. Bereits kurz hinter Luzern war er im Autositz schon entschlummert.

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