Sonntag, 28. September 2008

Saturday Night Fever

Gegen 5 Uhr in der Früh in der Nacht zum Samstag bekam Tami Fieber. Er krabbelte in unser Bett und war heiß wie eine Wärmflasche. Unter lautem Jammern maßen wir bei ihm Fieber. Naja, wer findet es auch schon toll, nachts Gegenstände in seinen Popo gesteckt zu bekommen. Auch wollte er nicht akzeptieren, dass ausgerechnet nun er echtes Fieber hat und nicht ich, so wie wir es die Tage vorher gespielt hatten. Da hieß es immer „Papa, Fieber!“ und ich wurde von Doc Tami verarztet: Aus seinem Köfferchen holte er eine kleine Spritze und ein Pflaster. Das war seine Behandlungsmethode gegen Fieber und nicht so eine fiese „Anal-Nummer“ wie bei uns. Das Thermometer zeigte übrigens 39,5 Grad und den Samstag über war Tami recht schlapp und schlief zwischendurch immer mal. Doch bereits am Nachmittag wollte er unbedingt zum Spielplatz. Wie bitte, mit immer noch 39 Grad? Aber gut, so kamen wir bei dem sonnigen Wetter wenigstens auch mal raus. Warm eingepackt, aber merklich träge stocherte er mit Schüppchen und Förmchen im Sand, bevor es nach knapp einer Stunde wieder heimwärts und – was Tami anging - früh zu Bett ging.

Heute morgen war Tamrat schon wieder recht munter, obwohl er immer noch erhöhte Temperatur hatte (37,5). Geplant für den Tag war eigentlich, ein paar geschenkt bekommene Freikarten für den Centro-Park, mehrheitlich ein Kleinkind-Freizeitpark in Oberhausen, einzulösen. Sollten wir es riskieren? Aber nachdem Tami im Internet - ich wollte nur wissen, wann Saisonende ist - das Bild einer Attraktion (Oldtimerfahrt) gesehen hatte, wollte er natürlich genau da hin. Des Fiebrigen Wille ist sein Himmelreich.
Zunächst wurde gleich hinterm Eingang das Karussell ausprobiert, bevor es zur automatischen Treckerfahrt durch die Anlage ging. Anschließend wollte Tami jetzt aber endlich auf sein („Auto-Karussell“): Drei Mini-Oldtimer-Cabrios fuhren auf einem kleinen kurvigen Rundkurs. So was könnte Tami stundenlang machen, aber schließlich - fünf Runden sind ja auch genug - muss das Lenkrad auch mal für andere Kids freigemacht werden. Dafür nahm ich Tami mit aufs Riesenrad, was ihm allerdings nicht sonderlich gefiel (s. Bild). Er sprach nur von „Windrad“, was nicht so falsch war, denn sobald es über die Baumwipfel in die Höhe ging, frischte es ordentlich auf. Dann kam noch eine Attraktion nach Tamis Geschmack: Alleine in einer Nussschale in einem Wasserbecken Bötchen fahren, besser: kurbeln! Bei allem Vergnügen, das er dabei hatte, merkten wir aber, dass – nach knapp 2,5 Stunden – seine Akkus langsam leer wurden. An sich bei der Vorgeschichte ja schon eine bemerkenswert lange Zeit. Beim letzten Mal Tierkarussel-Fahren, kurz vorm Verlassen des Geländes, wäre er vor fehlender Körperspannung dann auch fast von der Schnecke geplumpst, die er sich als Reittier ausgesucht hatte. Schlagzeile morgen: „Kind im Fieberwahn von Karussell gefallen“ – BILD sprach zuerst mit den Rabeneltern.

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