Wenn sich rund 70 Familien mit ihren Adoptivkindern aus Äthiopien und Südafrika aufmachen, um zusammen in der Jugendherberge Oberbernhards in der Rhön ein Wochenende – das jährliche Eltern-Kind-Treffen (EKT) – zu verbringen, dann läuft das nicht unter Stadtranderholung oder Kurzurlaub. Schon eher trifft es die Umschreibung „Familien im Ausnahmezustand“.
Erstmalig als Mitglied des Vorstandes unseres Adoptiveltern- und Projekthilfevereins an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung fest eingebunden, hatte ich natürlich jetzt einen anderen Bezug zur gesamten Veranstaltung als bei den zwei Teilnahmen zuvor. 2005 zählt dabei kaum, denn da waren wir gerade Vereinsmitglied geworden und noch ohne Kind; wir wollten da nur mal für einen Tag vorbeischauen. Das andere Mal, es war 2010, übernachteten wir von Samstag auf Sonntag. Nun reisten wir schon am frühen Freitagabend für zwei Übernachtungen an. Der Großteil der Familien kommt allerdings üblicherweise erst ab Samstagmittag. Somit bleibt der Freitagabend mit wenigen Familien eher überschaubar. Einen besonderen Programmablauf gibt es nicht. Lediglich für uns Organisatoren hieß es: in den Versammlungsräumen Tische und Stühle zurechtrücken, Stellwände platzieren und bestücken, Ausschilderungen und Programmaushänge innerhalb der Herberge vorzunehmen, damit sich auch jeder orientieren kann – besonders die neuen Mitglieder.
Am Samstag stand dann für die zahlreichen Kinder ab dem Vormittag ein umfangreiches Outdoor-Spieleangebot auf der großen Wiese mit Hüpfburg, Sumo-Ringer-Matte, Kistenrutschen, Trampolin und kleinen Spielstationen bereit, sodass die meisten Kids letztlich nur zum Trinken, Essen und auf die Toilette gehen mal ins Gebäude kamen. Zum Glück war das Wetter ausreichend warm und trocken – von einem heftigen nächtlichen Gewitter Freitagnacht mal abgesehen. Nach dem äthiopischen Mittagessen anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens durch beauftragte „Gastköche“ startete der offizielle Teil des Eltern-Kind-Treffens. Der fiel in diesem Jahr jubiläumsbedingt etwas ausführlicher aus, u.a. mit eines kurzweiligen Films zur Vereinshistorie. Für die Kinder hatte ich zusätzlich eine kleine Spielshow vorbereitet, die ich später draußen moderierte.
Unmittelbar daran schloss sich der Start der Luftballons an, eine Charity-Aktion, bei der zuvor die anzuhängenden Karten gegen eine Spende verkauft wurden. Der Start war bilderbuchreif: rund 130 Ballons erhoben sich schließlich gemeinsam in den Himmel. Danach wurde schnell zu Abend gegessen, denn alle Kinder fieberten schon dem großen Fußballspiel entgegen, das bereits eine gewisse Tradition genießt. Tamrat war selbstverständlich mit in der Startelf von Äthiopien, die auch am Ende als Sieger den kuw-Cup für 2012 in den Händen halten durfte.
Tamrat ist nun selbstständig und selbstsicher genug, sodass er alleine bestens klarkam. Ruckzuck war er mit anderen Jungs zusammen. Für ihn war am Ende das EKT in diesem Jahr besonders eindrucksvoll: zum ersten Mal bekam er eine Vorstellung davon, was jedes Jahr an einem Juni-Wochenende abgeht, wenn dunkelhäutige Kinder ganz unter sich sind und weitestgehend der Beaufsichtigung durch ihre Eltern entbunden sind. Aber auch Banchiayew hatte schnell ein paar ältere Mädchen gefunden, die sich mit ihr beschäftigen und sie überall hin mitschleppten. Sei es ins Bunte-Bälle-Bad oder auf einem Mini-Trampolin oder zum Basteln. Das alles ging so schnell, dass Stephanie Mühe hatte, wenigstens mitzubekommen, in welcher Ecke die Kinder gerade beschäftigt waren. Die Aufsichtspflicht lag an diesem Wochenende fast ausschließlich bei Stephanie, da ich oft vom Programm her fest in den Ablauf des Treffens eingebunden war. Aber die Abgeschiedenheit der Jugendherberge und das begrenzte Außengelände lässt kein Kind unbeabsichtigt „von der Fahne“ gehen.
Der Sonntagvormittag steht bei uns traditionell im Zeichen der ordentlichen Mitgliederversammlung, die zwischen Frühstück und Mittagessen stattfindet, bevor das EKT danach offiziell endet. Auch hier war ich als Erster Vorstandssprecher wieder gefordert. Anschließend macht sich dann auch der Rest der Familien auf den Heimweg, die nicht wie die anderen, die rund sechs Stunden und mehr unterwegs sind, bereits schon nach dem Frühstück abreisen. Bei uns sind es zum Glück nur drei Stunden Fahrzeit nach Hause, sodass wir noch zur nahen Milseburg raufgewandert sind, einem Aussichtsberg mit keltischer Vergangenheit und herrlichen Ausblick u.a. zur Wasserkuppe. Unser Auto verließ dann als letztes den Parkplatz und machte sich mit uns auf den Weg zur Autobahn. Dort machten beide Kinder ob der vielen trubeligen Eindrücke erstmal ein langes Nickerchen. Pünktlich zum Deutschland-Spiel trafen wir zu Hause ein. Glücklich über den Sieg im EM-Match und die schönen Erlebnisse in der Rhön ging der Tag dann auch für uns Eltern zu Ende.
Erstmalig als Mitglied des Vorstandes unseres Adoptiveltern- und Projekthilfevereins an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung fest eingebunden, hatte ich natürlich jetzt einen anderen Bezug zur gesamten Veranstaltung als bei den zwei Teilnahmen zuvor. 2005 zählt dabei kaum, denn da waren wir gerade Vereinsmitglied geworden und noch ohne Kind; wir wollten da nur mal für einen Tag vorbeischauen. Das andere Mal, es war 2010, übernachteten wir von Samstag auf Sonntag. Nun reisten wir schon am frühen Freitagabend für zwei Übernachtungen an. Der Großteil der Familien kommt allerdings üblicherweise erst ab Samstagmittag. Somit bleibt der Freitagabend mit wenigen Familien eher überschaubar. Einen besonderen Programmablauf gibt es nicht. Lediglich für uns Organisatoren hieß es: in den Versammlungsräumen Tische und Stühle zurechtrücken, Stellwände platzieren und bestücken, Ausschilderungen und Programmaushänge innerhalb der Herberge vorzunehmen, damit sich auch jeder orientieren kann – besonders die neuen Mitglieder.
Am Samstag stand dann für die zahlreichen Kinder ab dem Vormittag ein umfangreiches Outdoor-Spieleangebot auf der großen Wiese mit Hüpfburg, Sumo-Ringer-Matte, Kistenrutschen, Trampolin und kleinen Spielstationen bereit, sodass die meisten Kids letztlich nur zum Trinken, Essen und auf die Toilette gehen mal ins Gebäude kamen. Zum Glück war das Wetter ausreichend warm und trocken – von einem heftigen nächtlichen Gewitter Freitagnacht mal abgesehen. Nach dem äthiopischen Mittagessen anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens durch beauftragte „Gastköche“ startete der offizielle Teil des Eltern-Kind-Treffens. Der fiel in diesem Jahr jubiläumsbedingt etwas ausführlicher aus, u.a. mit eines kurzweiligen Films zur Vereinshistorie. Für die Kinder hatte ich zusätzlich eine kleine Spielshow vorbereitet, die ich später draußen moderierte.
Unmittelbar daran schloss sich der Start der Luftballons an, eine Charity-Aktion, bei der zuvor die anzuhängenden Karten gegen eine Spende verkauft wurden. Der Start war bilderbuchreif: rund 130 Ballons erhoben sich schließlich gemeinsam in den Himmel. Danach wurde schnell zu Abend gegessen, denn alle Kinder fieberten schon dem großen Fußballspiel entgegen, das bereits eine gewisse Tradition genießt. Tamrat war selbstverständlich mit in der Startelf von Äthiopien, die auch am Ende als Sieger den kuw-Cup für 2012 in den Händen halten durfte.
Tamrat ist nun selbstständig und selbstsicher genug, sodass er alleine bestens klarkam. Ruckzuck war er mit anderen Jungs zusammen. Für ihn war am Ende das EKT in diesem Jahr besonders eindrucksvoll: zum ersten Mal bekam er eine Vorstellung davon, was jedes Jahr an einem Juni-Wochenende abgeht, wenn dunkelhäutige Kinder ganz unter sich sind und weitestgehend der Beaufsichtigung durch ihre Eltern entbunden sind. Aber auch Banchiayew hatte schnell ein paar ältere Mädchen gefunden, die sich mit ihr beschäftigen und sie überall hin mitschleppten. Sei es ins Bunte-Bälle-Bad oder auf einem Mini-Trampolin oder zum Basteln. Das alles ging so schnell, dass Stephanie Mühe hatte, wenigstens mitzubekommen, in welcher Ecke die Kinder gerade beschäftigt waren. Die Aufsichtspflicht lag an diesem Wochenende fast ausschließlich bei Stephanie, da ich oft vom Programm her fest in den Ablauf des Treffens eingebunden war. Aber die Abgeschiedenheit der Jugendherberge und das begrenzte Außengelände lässt kein Kind unbeabsichtigt „von der Fahne“ gehen.
Der Sonntagvormittag steht bei uns traditionell im Zeichen der ordentlichen Mitgliederversammlung, die zwischen Frühstück und Mittagessen stattfindet, bevor das EKT danach offiziell endet. Auch hier war ich als Erster Vorstandssprecher wieder gefordert. Anschließend macht sich dann auch der Rest der Familien auf den Heimweg, die nicht wie die anderen, die rund sechs Stunden und mehr unterwegs sind, bereits schon nach dem Frühstück abreisen. Bei uns sind es zum Glück nur drei Stunden Fahrzeit nach Hause, sodass wir noch zur nahen Milseburg raufgewandert sind, einem Aussichtsberg mit keltischer Vergangenheit und herrlichen Ausblick u.a. zur Wasserkuppe. Unser Auto verließ dann als letztes den Parkplatz und machte sich mit uns auf den Weg zur Autobahn. Dort machten beide Kinder ob der vielen trubeligen Eindrücke erstmal ein langes Nickerchen. Pünktlich zum Deutschland-Spiel trafen wir zu Hause ein. Glücklich über den Sieg im EM-Match und die schönen Erlebnisse in der Rhön ging der Tag dann auch für uns Eltern zu Ende.


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