Der Karneval startete in diesem Jahr besonders früh: bereits
Anfang Februar. Dass die Temperaturen aber derart frostig waren, war lange
Jahre nicht der Fall. Aber richtige Jecken halten was aus! In unserer Familie begann
die närrische Zeit bereits am Mittwoch. Banchiayew und Stephanie zogen
verkleidet morgens zur Spielgruppe los, Tamrat und ich in unseren Kostümen dann
erst am Altweiberdonnerstag.
Im Vorfeld gab es längeren Diskussionsbedarf über
die Kostümauswahl. STAR WARS steht noch immer hoch im Kurs, aber die müden
Kopien an Kostümen kosten ein Heidengeld und sind garantiert von der Qualität
her billigasiatischer Herkunft. Die Ablehnung, Karneval als verlängerten Vertriebsarm von
lizenzbehafteten Billigkram zu verstehen, stieß zunächst auf Heulen und Zähneknirschen, wurde
aber am Ende mürrisch akzeptiert. Zum Gück wurden wir in einem der beiden großen
Karnevalscenter in Düsseldorf dann doch fündig. Die zweite Wahl der
Kostümierung – nach Anakin Skywalker dann Ninja-Kämpfer – konnte schließlich doch erfüllt werden und wie ich fand,
mit einem durchaus ansehnlichen Outfit. Tamrat wäre keine Junge, wenn er auf das
im Lieferumfang sich befindende Ninja-Schwert verzichtet hätte. Leider
gab es auch hier im Vorfeld Stress. Die einfache Version eines Plastik-Ninja-Schwertes aus dem Karnevalsladen – eine andersgeartete Alternative
gab es vor Ort nicht – gefiel dem Sohnemann nicht. „Schaut doch mal im Internet nach!“,
lautete der Auftrag. Auch dort, war nichts Besseres zu haben bei Portokosten, die doppelt so hoch wie der Warenpreis sind. Die dennoch durch Stephanie online
bestellte Ware entpuppte sich als unverschuldete Fehllieferung des Händlers:
Was kam, war ein Polizeiknüppel aus Plastik. Das Ende vom Lied
war, dass Tamrat am Donnerstag ohne nähere Angaben von Gründen, das vorliegende Schwert – an das ich noch Ninja-gemäß einen Rückentragegurt befestigt hatte
– als Accessoire zu seiner Kostümierung nicht mit zur Schule zu nehmen. Dafür dann all
dieser Stress?! Das verstehe, wer will…
Nächster Einsatz der Kostüme war am Sonntag im
Stadtteilkarneval, den wir aber wegen der windigen Kälte unmittelbar im Anschluss an den
kleinen Umzug verließen. Finger und Füße waren einfach zu eingefroren. Am
Rosenmontag war es dann zum Glück nicht mehr windig und entsprechend dick
angezogen, blieb die Wärme dann auch am Körper. Das machte es erträglich, die zweieinhalb
Stunden am Zugweg zu stehen. Sofern nicht in der Luft gefangen, zerbröselten bei Aufschlag die
geworfenen Kamelle, Schokotäfelchen und Kaubonbons in der Verpackung alle in winzige Stückchen, sodass die Ausbeute insgesamt diesmal geringer ausfiel.
Genug ist es aber allemal, um bis Ostern zu reichen.


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