Montag, 5. Mai 2008

Ein Danke dem Schutzengel

Diesmal will ich nicht lang und breit über unsere Wochenendaktivitäten schreiben (waren bei dem tollen Wetter natürlich superschön!), sondern über das Gefühl, wenn alles vorbei ist und Stephanie und ich unseren Sohnemann abends in die Heia gebracht haben. Bei mir ist es eine Mischung aus Stolz und Erleichterung. Stolz, weil man „die Dinge“ - trotz Anstrengung - in der Hand behalten hat und man ohne Misstöne und Ärger seinen Sohn in Morpheus' Arme legen kann. Aber auch riesige Erleichterung und Dankbarkeit, dass Tamrat nichts Schlimmes passiert ist. Und so mache ich zur besten tagesschau-Zeit seine ausgiebige Zubettgeh-Routine gerne mit: Seine Spielzeugautos bekommen die Türen auf und werden auf dem Regal geparkt, kurz: alles wird an seinen festen Platz verbracht. Wehe, es fehlt etwas oder es wird nicht gleich wiedergefunden! Außerdem wird ein bestimmtes Lied gespielt, zu dem Tami ein bisschen „groovt“ und lautmalerisch mitsingt. Dann endlich hüpft er ins Bett und muss noch in einem Buch schmökern - zzt. „Bobo Siebenschläfer“. Tamrat sitzt dabei still und andächtig auf seinem Bett und blättert ruhig durch die Seiten, begleitet von ein paar kurze Erklärungen unsererseits bei den jeweiligen Geschichten. Ihn da am Tagesende so entspannt zu sehen - bei allen Unstimmigkeiten zwischendurch mal - ist ein so schönes Bild und es erfüllt mich mit sehr viel Freude und Glück. Man erkennt in seiner Entspannung ein Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit.
So ist es kein Wunder, dass sich der kleine Mann alleine nun auch immer mehr zutraut. Was allgemein eine sicherlich schöne Entwicklung ist, treibt Stephanie und mir manchmal die Schweißperlen auf die Stirn. Sein bisher sehr wachsamer Schutzengel (noch floss kein einziger Tropfen Blut!) wird hoffentlich weiterhin seine Flügel über ihm ausgebreitet halten. Allein gestern stolperte Tami im Laufen über meinen Fuß und flog mit seinem Kopf wirklich nur um Haaresbreite am kantigen Metall einer Parkbank vorbei. Das hätte bös' ins Auge gehen können! Oder er drehte auf einem ansteigenden Weg im Park urplötzlich mit seinem Laufrad um und machte eine fröhliche 25-Meter-Schussfahrt. Ich konnte von hinten ihn nach kurzem Spurt noch einfangen als er beim Bremsen mit den Füßen ins Trudeln kam. Abends im Bett denke ich: Was wäre wenn? Hättest du es vermeiden können? Ich versuche, mich schnell davon loszumachen, denn bei sowas kann man sich richtig hineinsteigern. Stattdessen schicke ich ein Dankesgebet zum Himmel, dass wir Drei zusammen möglichst lange unfallfrei bleiben.

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