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Ene Besuch im Zoo
Dieses alte Lied in kölscher Mundart könnte auch Tami singen. Sein„ene“ ist das letzte amharische Wort, was sich aus seinem kleinen ursprünglichen Wortschatz noch hartnäckig hält. „Ene“ heißt „ich“ oder „ich will“. Zwar kann er ein „ich“ gut nachsprechen, aber er zieht es vor, es bei einem lauten „ene!“ zu belassen, wenn er etwas will – oder nicht will. Bei dem Zoobesuch heute in Duisburg legten wir einen Frühstart hin: Punkt 10 Uhr waren wir drin. Mit dabei waren Schwager und Schwägerin mit ihren drei Kindern - Tamis Cousinen. Ziemlich schnell war klar, dass wir bis zur Mittagszeit kaum alles, geschweige denn die Hälfte an Tieren ansehen können. Außerdem ist es ja wohl so, dass Kinder aufgrund des Größenunterschiedes (andere Perspektive) und mitunter des Geräuschpegels ganz eigen auf die Tierwelt im Zoo reagieren. Das ergibt eine ganz eigene Dynamik für den Besuchsverlauf. Nebenbei: Eine Formelberechnung „Abhängigkeit von Kindesalter zu Wegstrecke zu Verweildauer am Gehege in einem Zoo“ könnte eine interessante mathematische Diplomarbeit abgeben. Da beim letzten Zoobesuch in Krefeld nur wenig Zeit für die Tiere blieb, wollten wir diesmal versuchen, all die Zoo-Klassiker, die ja bei Kindern immer irgendwo in verschiedenen Stilen auftauchen (bspw. bei Tami: Giraffen als Fingerpuppe und Garderobe, Tigerkopf auf Teller, Löwe auf dem T-Shirt, Elefant als geschnitzte Holzfigur, Bär als Kuscheltier etc.), mal in natura anzusehen. Soweit der Plan. Ergebnis: Das Giraffenbaby am Eingang war interessant, die Elefanten schon wieder nicht. Die behäbigen Riesenschildkröten, die quirligen Riesenotter im Bassin und der planschende Braunbär sorgten dann wieder für lange Stopps, bevor Tamrat dann zu den Affen wollte. Im Affenhaus war es dann zu rummelig, und er wollte wieder zu den Enten zurück, die sich am Eingang zusammen mit Pelikanen und Flamingos ein Gewässer teilen. Die selbstgesetzte Zeit war nun auch fast vorbei und mit einem großen Schlenker nahmen wir dann noch wenigstens den Tiger und die Löwen mit. Auf dem Weg zum Ausgang liefen wir noch dem „stummen“ Zoo-Maskottchen in die Arme. Oh, da hatte Tami aber bisschen Angst vor dem überdimensionalen Koala-Bär. Henny hatte natürlich gleich durchschaut, dass da ein Mensch drin ist, der da mit lustigen Bewegungen versuchte, die Kinder zu amüsieren. Jetzt war endgültig „Schicht“ und das Aufnahmevermögen bei den Kids nach zwei Stunden erschöpft. Logisch, dass dies nicht unser einziger Zoobesuch bleibt; wir kommen auf jeden Fall bald wieder. Irgendwann ist dann auch mal das Delphinarium einen Besuch wert. Und irgendwann wird es Tamrat vielleicht auch interessieren, dass der Zoo Duisburg sogar Dscheladas, eine endemische, d.h. nur im äthiopischen Hochland lebende Pavianart, beherbergt, die ich 2005 dort selbst schon in freier Wildbahn ganz nah sehen konnte.
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