Der Schrebergarten meiner Oma war schon zu meiner Kinderzeit ein schöner Spielplatz: Mit Gießkanne Beete wässern, Obst und Gemüse direkt von der Hand in den Mund und am großen Wasserbassin rumzuspielen war ganz weit vorn, belegt durch zahlreiche Fotos im Familienalbum meiner Eltern. Bei einem Besuch am Samstag sahen wir dann, dass sich Geschichte doch wiederholen kann. Wir hatten uns mit meinen Eltern bei meiner Oma, Tamis Uroma („Oma-Oma“), verabredet. Uroma sagte spontan: „Ich mache Waffeln, kommt nur!“ Tja, so etwas wurde zu meiner Kinderzeit nie aufgetischt, denn der Garten hatte damals überhaupt noch keinen Stromanschluss für ein Waffeleisen. Sahne wurde mit so einem komischen Kurbelquirlgerät per Hand geschlagen, dessen Mechanik mich als Kind immer fasziniert hat. Seltsam, dass man so etwas noch weiß… Das Ding hat meine Oma zwar immer noch in der Laube, aber mit einem E- Handmixer ist’s einfach bequemer und schneller.Vor Ort angekommen hatte meine Oma für Tami erst mal ein Spielset parat, bestehend aus Gießkanne, Eimer u.a. Ein kleines Plastik-Boot hatte Tami schon von zu Hause mitgenommen und so zog es ihn - mit einem kurzen Umweg am Gartentisch vorbei (halbe Waffel, etwas Sahne) - sofort zum Bassin und war dort nicht mehr wegzubekommen. Oma und Opa spielten abwechselnd fleißig mit und gaben kleine Tipps, wie man mittels Stöckchen wieder ans weggedriftete Bötchen herankommt ohne auf den Beckenrand zu klettern und halb reinzufallen. Naja, im Herbst wird ein großer Einkaufskomplex ganz in unserer Nähe mit einem Stadtteilbad fertig. Da werden wir dann mal schnell mit dem ersten Schwimmkurs anfangen. Ich wäre nicht so nervös, wenn ich wüsste, dass sich Tami von alleine über Wasser halten kann - notfalls ausgerüstet mit Schwimmflügeln. Schließlich sollen ja schon Kinder in Vogeltränken ertrunken sein…

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