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Wir sind Eltern!
Rückdatiert: Nach einem Nachtflug mit Ethiopian Airlines landeten wir pünktlich morgens früh um 6:45 Uhr Ortszeit (+ 2 Std.) auf dem Bole International Airport von Addis Abeba in Äthiopien. Mit viel Gepäck ging’s in einem klapprigen, blau-weißen Lada-Taxi zunächst zu unserer Unterkunft auf dem Gelände der Hermannsburger Mission. Nach dem Mittagessen trafen wir uns mit der örtlichen äthiopischen Sozialarbeiterin unseres Vermittlers im Foyer eines Hotels in der City. Wir dachten zunächst an ein erstes Kennenlerngespräch zur weiteren Terminabsprache. Dass es von dort aus gleich losgehen sollte zum Kinderheim kam absolut überraschend. Die freundliche Sozialarbeiterin überließ uns zwei, für die Papiere (Reisepass und Visum) übrig gebliebene Fotos und wir sahen unseren Sohn nun zum ersten Mal. Also wird es doch kein reines Blinddate! Auf dem Motiv sah er so süß aus, dass wir nun wirklich gespannt waren auf die 3D-Version. Kaum zu glauben, keine sieben Stunden nach der Ankunft, verschwitzt und müde, konnten wir im Kechene Childrens Home unseren nun schlussendlich in allen offiziellen Dokumenten doch Tamrat heißenden Sohn in Empfang nehmen. Zum Glück hatte ich wenigstens VideoCam und DigiCam dabei - sowas muss ja festgehalten werden! Mit der „Gegenüberstellung“ dauerte es noch etwas, denn als wir um 15 Uhr im Heim ankamen, hielt Tamrat noch seinen Mittagschlaf. Wir nutzten die Zeit und klärten noch offene Fragen mit dem Leiter des Heimes sowie Tamrats engsten Bezugspersonen, seinen Pflegerinnen. So erfuhren wir schon mal Wichtiges über Schlafrhythmus, Essgewohnheiten und Freunde. Dann endlich ging die Türe auf und ein schüchterner und noch schläfriger kleiner Tamrat wurde hereingetragen und vor uns auf den Besprechnungstisch gesetzt. Man hatte ihn hübsch angezogen. Auch ein paar in die Runde geworfene Smarties konnten das Eis nicht brechen, sondern nur seinen weißen Pullunder einfärben. Und seine beiden fast gleichaltrigen Freunde - aus den Bettchen rechts und links neben ihm -, die man ebenfalls ins Zimmer brachte, konnte die Situation nicht so recht beleben. Zwecklos, Tamy war sicher mit der gesamten Situation genauso überfahren, wie wir es waren. Er hatte zwar unser kleines Büchlein voab bekommen und anhand dessen wurde mit ihm unsere Gesichter eingeübt, verhielt sich aber verständlicherweise ganz in sich gekehrt. Nur nichts überstürzen, dachten wir; es braucht seine Zeit. Wir sahen uns das große Gelände an und das Kleinkinderhaus und alle Plätze, wo sich Tamrat aufhielt und was für fast sein ganzes Leben sein Zuhause darstellte. Es war schon recht rührend, wie das gesamte Pflegepersonal für die Kleinen, ihn herzte, hochhob und mit vielen Bussis verabschiedete. Bei ihnen war Tamrat recht locker und als wir schließlich nach zwei Stunden mit ihm die lange Auffahrt herunter zum Haupttor fuhren, winkte er allen aus dem Rückfenster fröhlich und stürmisch zu. Ein gutes Zeichen? Auf der Fahrt zum Missionsgelände war er wieder sehr still und schaute nur aus dem Fenster des Taxis. Das sich dort abspielende turbulente Leben auf den Straßen Addis’ war für ihn absolut neu. Denn nur für einen Behördengang hatte er das Heim bislang verlassen. Auf dem ruhigen und abgeschlossenen Gelände der Mission bewegte er sich dann recht selbstsicher. Die mitgebrachten kleinen Spielzeugautos mit Aufzug waren dann auch gleich der Renner und wurden lebhaft ausprobiert. Später erregte ein etwas schlapper Fußball sein Interesse und er kickte gleich drauf los. Gutes Zielvermögen und stabile Trefferquote beim Kicken! Autos und Fußball – ein ganz normaler Junge also. Später kam dann das erste Lachen zum Vorschein. Immer wieder mal zwischendurch schauten wir unseren neuen Schatz mal ganz genau an – ohne ihn beglotzen zu wollen wie ein Fetisch: Er sieht zum Anbeißen aus! Was uns auch sehr freut ist, dass er keine großen erkennbaren Krankheiten an Haut und Haaren besitzt. Nach ein paar selbst gekochten Nudeln mit Tomatensoße ging erst Tamy ins kleine gemütliche Kinderbett, im Schlafzimmer unseres Apartments – wir folgten erschlagen, aber wunschlos glücklich nur kurze Zeit später. Was für ein Tag; wir sind Eltern!
3 Kommentare:
Hallo, liebe Eltern!
Ganz recht, er sieht zum Anbeißen aus, der kleine Tamy!
Wir freuen uns so mit euch und sind ebenfalls ganz gespannt auf die 3D-Version!
Genießt die ersten Tage zu Hause!
Liebe Grüße, bis bald!
Bea und Reiner
Ihr Lieben,
wir sind auch schon ganz verliebt in den Kleinen. Wirklich sehr süß - findet auch Maria;-).
Freuen uns so mit euch!!!!
Bis hoffentlich bald,
die 3 Kennedys
Hallo "Vatta" Robert,
das ist ja die beste Nachricht heute und überhaupt, einfach klasse!! Ich hatte heut' schon an euch gedacht - ob ihr wieder da seid und ob alles geklappt hat - umso besser von dir zu hören. Ich freu' mich schon auf unser Wiedersehen und bin gespannt auf Deinen Bericht.
Herzliche Grüße an Stephanie
Michael
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