Rückdatiert: Während Tamy sein Mittagsschläfchen hielt, machte ich mich auf den Weg zu dem Internetshop, der die Ambo Road etwas weiter runter liegen soll. Auch wenn es nicht der Ort war, der auf dem Schwarzen Brett der Mission beschrieben war, so sah die von mir gefundene Alternative mit sechs PC an Glastischen auf den ersten Blick sehr professionell aus. Der Service war sehr nett (Kaffee inklusive) und die Surfregeln akzeptabel („no pornographic browsing!“), aber die Leitungskapazität fürs Internet dafür grottenschlecht. Von der Vorstellung, ein paar Bilder von der Digitalkamera zum Blog hochzuladen und parallel mit Texten zu versehen, musste ich mich verabschieden. Man sagte mir, dass für die große Konferenz mehrerer afrikanischer Staaten, die zurzeit in Addis stattfindet, die gesamte Bandbreite benötigt wird und es deswegen zu „Engpässen“ käme. Dann versuchte ich wenigstens, das bis dato schönste Bild von Tamrat mit einer Mail zu versenden. So wie sich allerdings die GMX-Website verhielt, ist es fraglich, ob überhaupt der Text ankommt. Die Stunde, die ich mir als Limit gesetzt hatte verflog trotz mehrheitlichen Wartens schnell. Schließlich sollte heute um 15 Uhr der zweite Anlauf eines Treffens mit Tamrats leiblicher Mutter stattfinden - diesmal bei uns auf dem Missionsgelände. Ich zahlte 12 Birr (rd. 1,20 Euro) fürs Internet und fuhr den guten Kilometer in einem der vielen Sammeltaxis zurück zur Mission. Dafür, dass alle 50 m gehalten wird, um Leute zu- und aussteigen zu lassen, kommt man nicht wirklich gut bzw. schneller voran. Aber es ist wirklich grenzenlos billig. Ich hätte mich nicht beeilen müssen: um 16 Uhr war immer noch keiner da und wir gaben die Hoffnung für diesen Tag auf. Sehr schade... Bis auf meinen kleinen Ausflug zum Internetladen und dann nochmal mit Tamy alleine nach oben zur Hauptstraße, um neues Wasser zu kaufen, haben wir den kompletten Tag auf dem Missionsgelände verbracht. Dabei haben wir uns auf Nacken, Nasenspitze und Oberarmen einen Sonnenbrand geholt. Hier sind es um die 30 Grad, Tamy kann mit dem Gartenschlauch rumspritzen (2x komplett neu anziehen), Schildkröten beobachten und zwischendurch mit den netten beiden kleinen äthiopischen Mädchen (7 und 1,5 Jahre alt) spielen, deren Eltern auf dem Gelände angestellt sind. Wir kommen uns seltsam zeitlich entrückt vor. Die entspannten, fast paradiesischen Zustände (Gartenambiente bzw. Vollpension) haben ja nichts mit der Wirklichkeit zu tun, in die wir Eltern – und vor allem Tamrat – nächste Woche zurückkehren.

1 Kommentar:
Liebe Familie Steinchen, wir gratulieren euch ganz herzlich zu eurem süßen Sohn und wünschen euch eine gute "Eingewöhnungszeit" zu Hause. Victoria freut sich schon auf einen neuen Spielkameraden!!!
Alles Liebe und viel Kraft wünschen euch Anke,Arndt, Victoria und Henriette
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