Freitag, 5. August 2011

Bis zum letzten Zucken

(Rückdatiert) Tamrat fordert sich jeden Tag aufs Äußerste. Ihn haben wir gerade zwischen uns abgelegt, da ist er auch schon eingeschlafen. Ohne Murren und Meutern! Er war heute mit Bastian und Jaron wieder stundenlang zusammen; mal mit dem einen, mal eher mit dem anderen. Die Mädchen kümmerten sich um Banchia. Und so war jeder beschäftigt.
Und da bei dem Tumult keiner von uns und von Familie B, die ja mit uns wohnt, Lust hatte, etwas zum Abendessen zu zaubern, sind wir spontan bereits um 17.30 Uhr ins benachbarte Motera Hotel zum Essen gegangen. Familie B. hatte ja noch keine großen Kontakte mit Äthiopien, da sind wir ja mit zweitem Kind aus diesem Land schon ein bisschen erfahrener. Da konnten wir von der Speisekarte das Eine oder Andere schon mal empfehlen. Für Bastian und Tamrat gab es leckere Pommes mit Ketchup und ich gönnte mir ein scharfes Gulasch mit Reis: Herrlich, endlich mal wieder was Festes zu Beißen zwischen die Kiefer! Dazu kaltes äthiopisches Bier, lecker!
So lässt sich ein weiterer abgeschlossener Fixtermin auf unserer Reise gebührend feiern. Denn mit Banchiayew und einer Agenturvertreterin war ich heute von 14 bis 16 Uhr beim Immigration Office, um für unsere Tochter einen äthiopischen Pass zu beantragen. Ohne den darf sie nämlich nicht reisen. Offensichtlich gab es für Adoptionsfälle eine Sonderbehandlung, denn wir kamen überall schneller voran als andere Äthiopier - inklusive Fotoatelier und Aufnahme eines schreiverzerrten Gesichtes von Banchiayew. Der Pass wird schon am kommenden Mittwoch fertig sein, während Äthiopier auf ihren Pass gut und gerne sechs Wochen warten müssen. Das mit dem wenig freundlich lächelnden Foto in Banchayews Reisepass ist auch kein wirkliches Problem. Nach ihrer Ausreise erhält sie eh bald einen deutschen Kinderpass. Bis dahin wird wohl mehr Entspannung in ihren Gesichtszügen liegen.

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