(Rückdatiert) Unmittelbar nach dem Frühstück trafen wir uns heute auf unseren besonderen Wunsch hin mit Banchiayews leiblichem Vater. Der noch junge Vater war mit einer Sozialarbeiterin südlich von Addis aus angereist und beide wurden vom lokalen Agentur-Repräsentanten begleitet. Als neutralen Ort hatten wir das Lambe Café oben an der Hauptstraße bestimmt. Dort klärten wir noch einige für uns wichtige und private Fragen zu Banchiayews Familie und ihre Angehörigen, deren Antworten nicht im vorab erhaltenen Sozialbericht des Kindes vermerkt waren. In den Augen einer Familie ist doch noch einiges wichtiger und nachfragenswerter als es unsere Agentur es nach bestem Wissen und Gewissen im Vorfeld getan hat. Im Gegensatz zum Treffen vor drei Jahren mit Tamrats Mutter verlief es diesmal für beide Seiten nicht so ergreifend. Wie auch immer, es ist und bleibt eine verantwortungsvolle Bürde, die einem da von einem fremden Menschen übertragen wird, der in äußerster sozialer Not ist. Und trotz der individuellen familiären Schicksale unserer beiden Kinder aus Äthiopien werden wir alles für eine stets gute Verbindung zum Herkunftsland tun. Dafür ist Äthiopien ein anstrengendes, aber auch ein viel zu schönes Land - selbst jetzt in der Regenzeit.

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